Artist | Wolfgang Pietrzok (*1949)

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      79 / 21990
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      84 / 151990

Biography

Biography

Geboren 1949 in Eilum / Niedersachsen

1970 - 71 Studium der Kunstpädagogik an der Werkkunstschule Hannover
1971 - 75 Studium der Bildenden Künste und der Kunstgeschichte an der Hochschule der Bildenden Künste / GHS Kassel
Lebt und arbeitet als Fotokünstler in Etzling und Saarbrücken

Exhibitions (selection)

Exhibitions (selection)

1989 Landeskunstausstellung des Saarlandes, Neunkirchen
Galerie im Zwinger, St. Wendel
1990 Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
Galerie Oeil, Forbach (Group Exhibition)
Museum Mia Münster, St.-Wendel
Mois de la Photographie, Goethe-Institut, Paris
Deutsche Photographie der 80er Jahre aus der Kollektion des Museum Ludwig, Köln
1991 Austellung „Bilderlust“: Altes Museum Berlin, Galerie Rähnitzgasse Dresden, Museum Ludwig Köln, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Staatliche Kunstsammlung Cottbus, Foto Forum Bremen, Schleswig (Stationen bis 1992)
Landeskunstausstellung des Saarlandes, Saarlandmuseum Saarbrücken
Galerie Picasso, Homécourt (Group Exhibition)
„10 x 10 X 10“, KunsthausWiesbaden
„Bildnisse“, Künstlerhaus Saarbrücken
1992 Galerie im Zwinger, St.-Wendel (Group Exhibition)
Espace Gérard Philipe, Jarny (Group Exhibition)
Entrepôts de la Gare, Jarny
1993 Maison de la Culture, Metz (Group Exhibition)
Deutsche Fototage Frankfurt „Kunst mit Photographie“
1994 Galerie in focus, Köln (Group Exhibition)
„Kunst mit Photographie“: Rheinisches Landesmuseum Bonn, Kunstverein Wolfsburg
Galerie Leismann, St.-Ingbert (Group Exhibition)
Galerie Licht und Schatten, Regensburg (Group Exhibition)
„Wort-Bild“, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
ars multiple, Düsseldorf
Ausstellung „frivole“, Mannheimer Kunstverein
1995 „393 Jahre Fotografie“ Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
„Empreintes“ Galerie de l'Arsenal, Metz (Group Exhibition)
„Die Farbe Weiß“, Deutsche Fototage

Collections

Collections

Zahlreiche Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen, u.a. Stadt Saarbrücken, Kultusministerium des Saarlandes, Museum Ludwig Köln, Bibliothèque Nationale Paris, Sammlung Scheid Überherrn, Sammlung Gruber, Köln, Staatl. Museum für angewandte Kunst (Neue Sammlung) München, Landesbank in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Bibliography

Bibliography

Wolfgang Pietrzok: Der Mensch im Quadrat - L’Homme dans le Carré / Fotoarbeiten aus der Werkreihe „Quetschungen“ / Photographies de la série des „Ecrasements“; mit Texten von / avec des Textes de Prof.Fritz Gruber, Dr. Reinhold Mißelbeck, Dr. Meinrad Maria Grewenig, Verlag Apex, Köln 1995, ISBN 3-928386-06-9

Kataloge zu den Ausstellungen „Bilderlust“, „Bildnisse“, „Kunst mit Fotografie“, „Wort-Bild“, „frivole“, „393 Jahre Fotografie“

Monographie «Mensch im Quadrat»

Kalender des Museum Ludwig 1991 und 1995

Zeitschriften: Profifoto 3 / 91 und 3 / 92, L’Indic 1 / 92, Interlignes 3 / 92, Zoom-Italia 5-6 / 95

Radiosendung des SR III (20.6.90),
Reportage im Saarländischen Fernsehen SR III (15.7.94)

About the work (deutsch / français)

About the work (deutsch / français)

Mensch im Quadrat - Zu Wolfgang Pietrzoks "Quetschungen"

Sicher gibt es keine größeren Gegensätze als den biegsamen menschlichen Körper und das umgrenzte, ausweglose Quadrat, und auch keine feindlicheren Objekte als die Wärme blutdurchpulster Haut und die Kühle einer harten Glasscheibe, auf der sie sich arrangieren muß. Aus diesem Kontrast entwickelt Wolfgang Pietrzok mit Hilfe eines eigens konstruierten Gerüstes seine Darstellungen.

Dabei bezeichnet das Wort "Quetschung" normalerweise einen Vorgang oder einen Zustand geradezu schmerzlicher Art. Pietrzok formt es zu ästhetisch kreativer Aussage. Die Reduzierung auf zwei Farben das - Gelbbräunliche der Gliedmaßen und das Wasserbläuliche des sie Umfließenden - verleiht den photographischen Arbeiten ein reizvolles Zusammenspiel mit immer neuen Variationen.

So hat Wolfgang Pietrzok ein Universum künstlerischer Gestaltung geschaffen, das allein durch ein kongeniales Zusammen wirken von Macher und Modell zustande kommen konnte. Aber der Mensch ist nur Material für das, was Pietrzok erzielen will und erfolgreich erzielt hat: Bilder höchst eigenwilliger Faszination.

(Text von Prof. L. Fritz Gruber)


L'homme dans le carré - A propos des "Ecrasements" de Wolfgang Pietrzok.

Il n'existe sans doute pas de contraste plus percutant que la souplesse du corps humain et la rigidité limitée et sans issue du carré, ni de caractères plus hostiles que la chaleur d'une peau douce et irriguée et la fraîcheur glaciale de la plaque de verre rigide dont elle doit s'accomoder. C'est de ce contraste et à l'aide d'un châssis construit à cet usage, que Wolfgang Pietrzok tire ses représentations.

Certes, le mot "Ecrasements" désigne en général un processus ou un état de nature douloureuse. Pietrzok en fait une forme d'expression créative et esthétique. La limitation à l'usage de deux couleurs - le jaune brunâtre des masses corporelles, et le bleu froid et aqueux qui les entoure - confère à ses travaux photographiques un caractère ludique plein de charmes et avec des variations toujours nouvelles.

Ainsi, Wolfgang Pietrzok a construit un univers personnel de création artistique qui ne pouvait se réaliser que grâce à une collaboration étroite entre le modèle et le créateur. Mais l'homme n'est que le matériau nécessaire pour l'entreprise que Pietrzok a mené à terme avec succès, et dont le but était la création d'images fascinantes et marquées par une volonté originale.

(Texte par Prof. L. Fritz Gruber)


Über die photographischen Arbeiten von Wolfgang Pietrzok - Die Werkreihe der "Quetschungen"

Bei dem Gedanken an einen zerquetschten Körper denkt man zunächst an den Tod. Man hat die frühen Arbeiten Andy Warhols vor Augen, die Körper von Selbstmördern, die nach dem Sprung ins Nichts auf Autodächern zerschellen. Der Gedanke an deformierte Körper erscheint eher widerwärtig, als daß er mit Kunst, mit Ästhetik in Verbindung gebracht werden könnte.

Dennoch arbeitet Wolfgang Pietrzok seit Jahren an der Werkreihe seiner "Quetschungen": auf einer etwa 150 x 150 cm großen Glasscheibe läßt er nackte Modelle Posen einnehmen, die sich aus einem detaillierten Aufnahmeplan oder aus der Bewegung heraus ergeben. Farbe wird auf die Glasplatte aufgebracht und durch die Aktion des Modells in ihrer Verteilung und Struktur modifiziert und gestaltet. Die Glasscheibe liegt auf einem Metallgestell, darunter befindet sich der Photograph mit der Kamera und arrangiert überwiegend nach vorher ausgeführten Skizzen seine Bildfolgen mit den durch ihr eigenes Gewicht abgeflachten und dadurch deformierten und verfremdeten Körpern.

Malerei, Zeichnung und Photographie sind Techniken, die sich im klassischen Sinn mit der Transformation eines dreidimensionalen Objekts in ein zweidimensionales Bild befassen. Durch seine Inszenierungen hat Wolfgang Pietrzok dieses seit dem Kubismus aktuelle Problem der zeitgenössischen Kunst teilweise bereits in der Realität, seiner Vorlage, gelöst. Entsprechend seinen Arrangements verändern sich die Formen in der Bewegung, entstehen neue Flächen, veränderte Durchblicke und Farbkonturen. Die Veränderungen sind jedoch stets nur partiell; teils entstehen flächige Körperabdrücke, teils wird Volumen sichtbar. Die Photographie betont vor allem die Teile, die das Glas berühren, während andere Partien als Folge von Physiognomie und Pose nur durch die opake, blaue Flüssigkeit zu erahnen sind. Wo Partien des Körpers durch transparente Glasflächen sichtbar werden, entwickelt sich ein spannungsvoller Dialog zwischen Fläche und räumlicher Tiefe bzw. Körpervolumen, zwischen abstrakten Formen und identifizierbaren, realen Körperteilen.

Ohne Zweifel wurde Wolfgang Pietrzok während seiner Studienzeit an der Kasseler Kunstakademie durch Floris Neusüss und dessen "Nudogramme" (Fotogramme nackter Körper in Lebensgröße) beeinflußt und ganz sicherlich ist er von Yves Kleins "Anthropomorphien der blauen Epoche", von dessen "lebenden Pinseln" fasziniert. Auch Wolfgang Pietrzoks Modelle agieren als lebende Pinsel. Während jedoch Yves Klein seine Modelle blau anmalte und ihre Körperabdrücke auf Leinwand und Papier aufbringen ließ, schüttet Wolfgang Pietrzok die blaue Farbe auf das Glas und läßt die Modelle darauf agieren. Der Körperabdruck zeigt sich dadurch als Negativ. Das Blau wird zum Hintergrund, der durch seine Neutralität den Abdruck als abstrakte Form erscheinen läßt, jedoch den Körper als Ganzes und sein Volumen nicht negiert. Diese Abdrücke, oft durch intensiv blaue Konturlinien begrenzt, erinnern bisweilen an Solarisationseffekte der experimentellen Photographie.

Wolfgang Pietrzok präsentiert uns das Quadrat seiner Glasscheibe wie eine Theaterbühne, auf der sich ein Tanz entfaltet; ein Tanz von ungezwungener Leichtigkeit, dessen Bewegungen wie eingefroren erscheinen, der paradoxerweise an ein Schweben denken läßt. Manchmal erinnern uns Körperteile an makabre Vorstellungen: auf einigen schwarzweißen Photographien lassen die deutlich hervorstehenden Rippen an einen aufgerissenen, verletzten Körper denken, und plötzlich verwandelt sich das vorher ästhetische Ballett in einen Totentanz.

All den unterschiedlichen Sehweisen, die diese Arbeiten repräsentieren, ist gemeinsam, daß sie eine Bewegung festhalten. Damit führen sie den Beweis, daß nur die Photographie in der Lage ist, den entscheidenden Moment einer in permanenter Veränderung befindlichen Bewegung zu fixieren, und daß eben die spezifische Auswahl dieses Momentes die Inhalte des Bildes diametral entgegengesetzt definieren kann. Es ist das Quadrat, welches ihnen Dauer verleiht und die Komposition festigt. Die Bedeutung dieses Bildformates erweist sich dabei als wichtiges, gestalterisches Moment, das es erlaubt, den Körper zu zerlegen und vor dem blauen, flächigen Bildhintergrund Motivteile gegeneinander zu verschieben und bis zu 360º zu verdrehen. Auf diese Weise transformiert sich Bewegung in einen bewegten und expressiven Rhythmus.

In diesen neueren Arbeiten setzt Wolfgang Pietrzok eine Vielzahl von Körperdetails zu Tableaus zusammen. Manchmal verdoppeln sich Körperpartien. Insbesondere seine vertikalen Phasenbilder, in denen Körperpartien als Farbumriß erhalten bleiben (was man das sogenannte "Gedächtnis der Farbe" nennen könnte), nutzen gestalterische Elemente des Films. Die neuen Arbeiten zeigen den Körper in seiner realen Größe und gehen mitunter sogar darüber hinaus. In ihrer monumentalen Größe überschreiten diese Bildtableaus die Grenzen traditioneller Photographie und erreichen bildhafte Qualitäten.

(Text von Dr. Reinhold Misselbeck)


A propos des travaux photographiques de Wolfgang Pietrzok - Le cycle des "Ecrasements"

L’idée d'un corps écrase fait penser d'abord à la mort. On se souvient alors des travaux anciens d'Andy Warhol, des corps de suicidés qui, après un saut dans le vide, s'écrasent sur des toits de voitures. La mise en relation de ces images de corps déformés avec l'art ou l'esthétique crée un malaise.

Et pourtant Wolfgang Pietrzok travaille depuis des années sur son cycle des "Ecrasements": il fait évoluer sur une plaque de verre de 150 x 150 cm des modèles nus dont les poses résultent de concepts élaborés ou simplement du mouvement. La couleur étalée au préalable sur la plaque de verre, est modifiée dans sa distribution et sa structure par l'action du modèle. La plaque de verre est supportée par un chassis métallique, en dessous duquel se tient le photographe avec son appareil. Dans cette position il ordonne ses suites d'images, d'après des esquisses exécutées à l'avance, et à l'aide des corps déformés et dénaturés par leur propre poids.

La peinture, le dessin, la photographie, sont des techniques qui ont pour mission de passer de I'état tridimensionnel de l'objet à l'image bidimentionnelle. Par sa mise en scène, Wolfgang Pietrzok apporte, par la nature réaliste de son rendu, une solution, pour le moins partielle, à ce problème. Selon ses arrangements, les formes se métamorphosent au fil du mouvement; de nouvelles surfaces, des aspects modifie's, des contours colorés apparaissent. Toutefois, ces transformations ne sont que partielles; tantôt les corps ne laissent apparaître que des empreintes, tantôt ils révèlent des volumes. La photographie met en évidence tout d'abord les parties qui touchent le verre, alors que d'autres parties, témoins de la physionomie et de la pose ne peuvent être appréhendées qu'à travers le liquide bleu et opaque. Là où des parties du corps apparaissent par transparence, à travers la plaque de verre, un dialogue passionnant s'établit entre les surfaces et les profondeurs des volumes, entre formes abstraites et les éléments corporels réels et identifiables.

Sans doute Wolfgang Pietrzok a-t-il été influencé au cours de ses études à l'Académie des Beaux Arts de Cassel, par Floris Neusüss et ses "Nudogrammes" (photogrammes de corps nus en grandeur nature ), par les "Anthropomorphies" de la période bleue d' Yves Klein, et plus particulièrement par ses "pinceaux vivants“. Alors qu’Yves Klein enduisait ses modèles de couleur bleue et récoltait leurs empreintes sur la toile ou le papier, Wolfgang Pietrzok verse la couleur bleue sur le verre et laisse évoluer les modèles sur le support. L’empreinte apparaît de ce fait comme une image negative. Le "bleu" constitue un fond qui, dans sa neutralité, révèle l'empreinte comme forme abstraite sans nier pour autant la présence du corps en tant que forme globale et en sa qualité de volume. Les empreintes, souvent limitées par des contours d'un bleu intense, font penser aux effets de solarisation de la photographie expérimentale.

Wolfgang Pietrzok nous présente le carré comme la scène d'un théâtre sur Iaquelle se déploie un spectacle de danse: une danse d'une légèreté décontractée, dont les mouvements apparaissent comme figés par le gel, et qui, d'une manière paradoxale, planerait dans l'image. Parfois certains éléments suggèrent des scènes sinistres. Certaines photographies en noir et blanc exhibent des côtes apparentes et font penser à un corps blessé, déchiré. Subitement le ballet, précédemment si harmonieux se transforme en danse macabre.

Un point commun à toutes les perceptions, si diverses soient-elles, est que tous ces travaux fixent un mouvement. De ce fait ils apportent la preuve que seule la photographie est en mesure de déterminer le moment décisif dans un mouvement en perpétuel évolution et que le choix spécifique de cet instant peut définir les contenus de l'image d'une manière diamétralement opposée. C'est le carré qui leur confère la pérennité et qui affirme la composition. L'importance de ce format s'avère comme un facteur important et créateur qui permet de décomposer les corps et d'en placer les éléments sur la surface du fond bleu, voire de les tourner à 360º. De cette manière, le mouvement devient rythme animé et expressif.

Dans ces travaux plus récents, Wolfgang Pietrzok assemble de nombreux détails anatomiques en tableaux. Parfois certaines parties de corps se dédoublent. En particulier dans ses verticales "en séquences" dans lesquelles les parties du corps subsistent sous forme de contours colorés (ce que l'on pourrait appeler la "mémoire de la couleur"), il utilise les démarches créatrices propres au film. Les travaux montrent des corps en grandeur reelle et parfois même au delà. En leurs dimensions "monumenales" ces images-tableaux dépassent les limites traditionnelles de la photographie et atteignent des qualités „picturales".

(Texte par Dr. Reinhold Misselbeck)


Das Bild vom Menschen in unserer Zeit - Zu den neuesten Fotoarbeiten von Wolfgang Pietrzok


Die Fotoarbeiten von Wolfgang Pietrzok sind auf den ersten Blick ungewöhnlich. Diejenigen, die sie betrachten und sich auf diese Arbeiten einlassen, werden mit einer "unwirklichen Wirklichkeit" konfrontiert. In den neueren Arbeiten werden Teile des menschlichen Körpers, Körper von Frauen und Männern, meist in Fragmenten sichtbar. Sie tauchen in den Fotografien auf, verschwinden aber gleichzeitig wieder in der blau anmutenden Flüssigkeit. Wolfgang Pietrzok gibt das Bild vom Menschen als Ergebnis eines konzeptuellen Prozesses. Thematisch bilden die Arbeiten eine Brücke zum großen Thema Akt, der über die Jahrhunderte die Kunst bewegte.

Die Anordnung der Körper im Foto setzt den Menschen in eine völlig andere Perspektive zu allen Koordinaten unserer Erfahrung. Der Mensch wird uns im Fotobild gegenübergestellt, so wie dies die traditionelle Kunst über die Jahrhunderte entwickelt hat. Das, was aber an Gegenstand auf den Fotografien Pietrzoks zu sehen ist, scheint dem zu widersprechen. Es sind nackte, einzelne Körperteile, die sich plan gegen "eine Glasscheibe" pressen. Um die angedrückten Körperteile wird eine Linie sichtbar, verursacht aus dem blauen Farbsubstrat, das als "Bindeschicht" zwischen den realen Körper und die durch die Glasscheibe erzeugte Bildfläche geschoben ist. An manchen Stellen verschwindet diese Linie durch Andrücken. Das menschliche Körperfragment wird durch die Fotografie abgebildet und durch die Linie teilweise in Graphik "übersetzt". Das Gesamte des Körpers wird nicht vom Körperbau her begriffen, sondern von der Erscheinungsseite seiner Fragmente, gebunden an die Bildfläche. Was in der Erklärung kompliziert und vielleicht auch etwas theoretisch klingt, eröffnet uns eine Dimension der Darstellung des Menschen, die vieles zusammenbringt. Einerseits wird die Bewegung des Menschen selbst sichtbar, andererseits offenbaren die Fotos die Organisation der Körper in der Bildfläche. Gerade bei den größeren Arbeiten, die zu Tableaus zusammengesetzt sind, tritt die Dimension der Zeit in der Abfolge hinzu.

Wolfgang Pietrzoks Arbeit ist keine einfache Fotografie. Sie beinhaltet Elemente der Abbildung, eine ureigene Möglichkeit der Fotografie. Sie beinhaltet aber auch Konzeptarbeit, die hinter dieserart der Realitätsdarstellung steht. Sie enthält darüber hinaus auch Elemente, die gerade die modernste Kunst uns vorführt, nämlich daß aus Fragmenten der Realität, die für sich einen Erkennungswert besitzen, eine neue Realität geformt wird. Dieses Bild vom Menschen ist in der von Wolfgang Pietrzok durchgeführten Form sehr zukunftsweisend. Es geht hier nicht um die Abbildung von Sachverhalten, im Sinne einer Reportage, es geht nicht darum, aus einzelnen Fragmenten eine Realität, quasi aus dem Nichts zu entwerfen, so wie es etwa die konkrete Kunst oder die ungegenständliche Kunst mit Anklang an die Musik hervorgebracht haben. Wolfgang Pietrzoks Gestaltungsziel ist es, das Bild des Menschen durch die Erfahrung, die wir mit unserem eigenen Körper haben, vermittelt durch das, was wir an diesen Fotos sehen, neu zusammenzusetzen und damit auch neu bewußt zu machen.

Zwei der herausragendsten Fotoanalytiker, Prof. Fritz Gruber und Dr. Reinhold Mißelbeck, der eine der große Nestor der deutschen Fotografie, der andere der Leiter der Fotosammlung im Museum Ludwig in Köln, haben auf ganz unterschiedliche Aspekte des Werkes von Wolfgang Pietrzok hingewiesen. Gruber verdeutlicht etwa die große Diskrepanz zwischen der objektiven Realisierung des menschlichen Körpers, die Härte des Glases, die Kühle der Glasscheibe und die vom Menschen ausgehende Körperwärme. Mißelbeck weist im Zusammenhang mit dem Zuendegehen des menschlichen Lebens und dem Tod auf die Totentänze hin. Diese markieren den Übergang vom Leben zum Sterben. Gerade im Bild der Totentänze erfährt der Mensch wieder eine neue Lebendigkeit. Wolfgang Pietrzoks Arbeiten vereinen dies, sie sind aber über die Möglichkeit einer Erinnerung an menschliche Existenz hinaus gleichzeitig auch Exempel für eine sehr stark durchgearbeitete konzeptuelle Fotografie.

Was hier auf den ersten Blick erscheint, als seien es Schnappschüsse von Körpern, die sich uns in ganz besonderen Situationen präsentieren, wird eigentlich im zweiten Blick zu einem Erfahrungskonzept unserer eigenen Existenz. Gerade auf diese Möglichkeit des zeitgemäßen Menschenbildes muß hingewiesen werden. Die Akte, die wir sehen, aber auch etwa die Portraits (es gibt auch Selbstbildnisse von Wolfgang Pietrzok), zeigen letztendlich nie das gesamte Erscheinungsbild der Menschen. Sie zeigen Aspekte, Fragmente, die sich gerade durch ihr Angleichen an das Medium selbst, in dem Fall an das Konzept der Fotografie, ergeben. Diese Aspekte setzen sich über unserem Erfahrungshorizont über das, was wir als eigene, leibliche Erfahrung mitbringen, zusammen zu einer neuen Erfahrungsrealität. Sie vermitteln damit gerade auch im Zusammenfügen einerseits der grafischen Mittel, die aus der Zeichenkunst kommen, etwa die blauen Linien und andererseits der malerischen Aspekte, die auftreten dadurch, daß an ganz bestimmten Stellen die Körperfarbe um das Blau sich zu einer ganz besonderen, auch verfremdeten Realität verbindet, daß schließlich die Gesamterscheinung zu einem neuen Ganzen wird. Dies alles entspricht dem heutigen Bild des Menschen.

Wenn Sie heute gefragt würden, wie schaut das Bild des Menschen in einer Zeit aus, die von technischen Problemen, von wirtschaftlichen Umbrüchen, von Übertragung im Bereich der Medien gekennzeichnet ist, die in einer Welt eine Realität herstellen, die von Australien bis nach Alaska in jeder Sekunde alles zu zeigen vermag, dann würde ich darauf antworten, daß es gerade die Fotoarbeiten von Wolfgang Pietrzok sind, die dieses Bild des Menschen in unserer Zeit nahezu authentisch und ideal vorstellen. Was Wolfgang Pietrzok geschaffen hat, befähigt uns, das täglich Erlebte besser zu verstehen und zu meistern.

(Text von Dr. Meinrad Maria Grewenig)



L'image de l'homme à notre époque - Apropos des photographies récentes de Wolfgang Pietrzok


A première vue, les travaux photographiques de Wolfgang Pietrzok präsentent un caractère insolite. Ceux qui les contemplent et qui cèdent à la tentation de s'y engager se trouvent confrontös avec une "réalité irréelle". Dans les travaux récents des parcelles de corps humains, des corps de femmes et d' hommes se présentent le plus souvent d' une manière fragmentaire. Dans ces photographies ils apparaissent furtivement, mais redisparaissent aussitôt dans une gracieuse fluidité bleue. Wolfgang Pietrzok présente ainsi l' image de l' homme comme le résultat d' un processus conceptuel. Sur le plan thématique, ces travaux constituent une approche d'un genre qui préoccupa l' art pendant des siècles: le Nu.

La représentation des corps dans ces photos place l' homme dans la perspective d'une perception radicalement différente de celle à Iaquelle nous sommes habitués. Sur le plan de l'image photographique, la confrontation avec l' homme ne déroge guère aux règles que l' art a développées tout au long des siècles. Par contre, ce qui est donné à voir dans les photographies de Pietrzok, sur le plan de l'objet, semble aller à l'encontre de la tradition: ce sont des fragments de corps, isolés et pressés contre une vitre. Autour de ces fragments de corps apparecit une ligne provoquée par le refoulement de la matière colorée bleue, sous la pression du corps. Cette matière s'installe comme un trait d'union entre la réalité du corps et l' image plane que révéle la plaque de verre. En certains endroits, cette ligne disparaît sous la pression du corps. Le trait traduit alors la représentation morphologique réaliste des fragments humains en une image graphique. L’ensemble du corps n' est pas perçu à travers sa constitution anatomique, mais au fil des apparitions successives de ses fragments, lies entre eux dans le plan de l'image. Ce qui complique la saisie et peut paraitre quelque peu abstrait, nous ouvre par ailleurs une voie vers une représentation humaine qui constitue une synthèse. D'une part, elle affirme le mouvement, d'autre part, elle témoigne de la disposition des corps dans l'image. Dans les travaux de dimensions importantes en particulier, et qui sont structurés en tableaux, nous découvrons la dimension du temps qui réagit le déroulement des opérations.

Le travail de Wolfgang Pietrzok n'est pas une photographie ordinaire. Attaché à la copie de la réalité viselle, qui est toujours l' objet de la photographie, ce travail s' accompagne d' une démarche conceptuelle qui s' inscrit en filigrane dans ce genre de représentation naturaliste. Au-delà de cette dernière il apporte des éléments que nous proposent précisement les tendances les plus avancées de l' art: forger une réalité nouvelle à partir de fragments dont chacun porte en lui-même son propre code d' identification. Cette image de l'homme que nous propose Wolfgang Pietrzok est particulièrement porteuse d'avenir. Il ne s' agit pas d' un rapport des faits dans l' esprit d' un reportage, ni de créer à partir de fragments une réalité qui serait sortie du néant, ainsi que le concevaient l'art concret ou l' art informell, s' appuyant sur la musique. Le but du travail de Wolfgang Pietrzok est de recomposer l' image de l'homme à partir de l'expérience que nous fournit notre propre corps et d' en faire prendre conscience par l' intermédiaire de ces photos.

Deux des plus éminents analystes de la photographie, le professeur Fritz Gruber et Dr. Reinhold Misselbeck, le premier grand Nestor de la photographie allemande, le second directeur de la collection de photographies du Musée Ludwig à Cologne, ont attiré l' attention sur des aspects très différents de l' oeuvre de Wolfgang Pietrzok. Gruber met en évidence l'important contraste entre la représentation objective du corps humain, la dureté du verre, la fraîcheur de la plaque et la chaleur dégagée par le corps. Misselbeck met l'accent, en rapport avec l' extinction de la vie humaine et la mort, sur les "Totentänze" (danses de la mort). Ces dernières évoquent le passage de la vie au trépas. C' est précisément dans l' image de ces "danses macabres" que l' homme connait une vitalité nouvelle. Les travaux de Wolfgang Pietrzok établissent un pont entre ces situations. Mais ils sont aussi, au-delà du discours sur l' existence humaine, des exemples représentatifs d' une photographie onceptuelle très soigneusement élaborée.

Ce qui apparait ici, à première vue, comme des instantanés de corps qui se présentent à nous dans des situations particulières, nous ramène en un second temps à un concept de la connaissance de notre propre existence. Et c' est bien cette possibilité de présentation de l' image contemporaine de l' homme qui importe. Les "nus" que nous voyons, mais aussi les portraits (car il existe aussi des autoportraits de Wolfgang Pietrzok) ne révélent jamais une image globale de l'homme. Ils montrent des aspects, des fragments qui naissent précisément de l' adaptation au moyen d'expression (dans notre cas, au concept de la photographie). Ces concepts convergent, au-delà de notre propre horizon de la connaissance, au-delà de ce que nous apporte notre propre expérience corporelle personnelle, vers une conscience nouvelle de la réalité. En unissant d' une part les moyens graphiques qui tirent leur origine du dessin (les lignes bleues) et d' autre part les éléments picturaux qui apparaissent du fait qu' en certains endroits la couleur du corps est mise en relation avec le bleu pour préparer à une perception du réel, ils sont finalement les vecteurs d' une manifestation globale des représentations partielles réunies en un tout entièrement nouveau. Voici qui correspond à l' image actuelle de l' homme.

Si l' on vous demandait aujourd'hui quelle était l' image de l' homme à une époque accablée de problèmes techniques, de bouleversements économiques, dans un monde où la transmission médiatique crée une réalité nouvelle et se trouve en mesure de tout révéler et de tout montrer instantanément, en une seconde, d' Australie jusqu'en Alaska, je répondrais que ce sont bien les travaux photographiques de Wolfgang Pietrzok qui présentent l' image la plus authentique de l' homme d'aujourd'hui. Les créations de Wolfgang Pietrzok nous offrent la possibilité de mieux comprendre et de maîtriser le vécu quotidien.

(Texte par Dr. Meinrad Maria Grewenig)

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