Artist | Klaus Bittner (*1944)

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    • Klaus Bittner

      DREI-HOCH-ZWEI1997
    • Klaus Bittner

      Pyramide1998
    • Klaus Bittner

      Neon-Mensch1997
    • Klaus Bittner

      Dachabdeckung1996
    • Klaus Bittner

      Geschlossene Gesellschaft1996
    • Klaus Bittner

      Anhäufung1996
    • Klaus Bittner

      Vernissage Frankfurt1994
    • Klaus Bittner

      Hommage à Bages1995
    • Klaus Bittner

      Stuhl1990
    • Klaus Bittner

      Opferstätte1989
    • Klaus Bittner

      ohne Titel1994
    • Klaus Bittner

      TODLEBEN1991
    • Klaus Bittner

      TODLEBEN1991
    • Klaus Bittner

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    • Klaus Bittner

      ohne Titel1988
    • Klaus Bittner

      ohne Titel1991
    • Klaus Bittner

      ohne Titel1991

Biography

Biography

1944 in Deschnei geboren
1956 - 1962 Gymnasium, mittlere Reife
1962 - 1964 Fachschulstudium zum Chemotechniker

seit 1969 Malerei und Zeichnung
seit 1988 Chemische Bilder, Objekte und Raum-Installationen
seit 1989 Thematische Ausstellungen
seit 1993 Land-Art, Copy-Art, Performance, künstlerische Arbeit nach dem Konzept der ”Variablen Reaktion”

seit 1971 31 Einzelausstellungen in Deutschland, Italien, USA, La Gomera, Frankreich
seit 1971 48 Beteiligungen an Ausstellungen und Kunstprojekten im In -und Ausland

seit 1972 Bilder und Objekte im Privat -und Firmenbesitz in Deutschland, USA, Italien, Spanien, Frankreich, Holland und Schweden

1979 Initiator ”Grafische Begegnung” Frankfurt - Taschkent / Usbekistan
seit 1980 Mitorganisator bei 8 öffentlichen Kunstprojekten
seit 1981 Studienreisen nach Frankreich, Spanien, Italien, La Gomera
1982 - 1986 Dozent für Aquarell und Zeichnung an der ”Freien Abendschule Frankfurt”
seit 1987 Atelier in Frankfurt-Bornheim
seit 1988 Mitglied der Artothek Frankfurt
Mitglied der Künstlergruppe U4 frAnkfuRT
1989 Gründung der Atelier-Galerie U4 frAnkfuRT, Thematische Ausstellungen (Installationen, Bilder, Objekte, Performance), Konzept: ”Variable Reaktion” (siehe letzte Seite)

Solo Exhibitions, Performances

Solo Exhibitions, Performances

1975 Hotel Laurin, San Cassiano / Italien
1977 Bornheimer Galerie, Frankfurt
1978 Galerie Omnibus, Frankfurt
1980 Galerie Omnibus, Frankfurt
1982 Int. Künstlerbörse, Frankfurt
1982 Ev. Erwachsenenbildung, Frankfurt
1984 Galerie Sinntrotz, Neu Isenburg
1984 Rathauspavillon, Schwalbach/Ts.

1985 Galerie Gabera, Frankfurt
1985 Galerie im Antik-Center, Frankfurt
1985 Galerie Staudt, Frankfurt

1987 Fa. Seatronics, Frankfurt
1988 CM-Surface Treatment, Southfield / USA
1988 Atelier Bittner, Frankfurt

1989 U4 frAnkfuRT, “Draht zur Kunst”
1990 U4 frAnkfuRT, “Angst-Lust-Weiß” + "U4-Sommer"
1991 U4 frAnkfuRT, “Alpha=Omega” + "U4-Sommer"

1992 Kultureller Förderkreis, Buchschlag
1992 U4 frAnkfuRT, “Bildwechsel” + “U4-Sommer”

1993 Galerie Wasserweg + U4 frAnkfuRT, “Artventure”
1993 Insel La Gomera, 3 Land Art - Projekte (mit P. Schäck)

1994 Chemetall GmbH Frankfurt, “Variable Reaktionen”
1994 U-Bahn Merianplatz Frankfurt, Performance “Somebody”
1994 U4 frAnkfuRT, “Vernissage Frankfurt”, Installation, Performance

1995 Bages / Frankreich, “Hommage à Bages”, Land Art - Installation
1996 U4 frAnkfuRT, “Dachabdeckung”, Raum-Installationen, Objekte
1997 U4 frAnkfuRT, “Drei-Hoch-Zwei”, Raum-Installation, Bilder (mit I. Hornef)
1998 Maison Des Arts, Bages / Frankreich, Raum-Installation, Bilder

Group Exhibitions (selection)

Group Exhibitions (selection)

1971 - 1978 10 Beteiligungen in Lyon/Frankreich, Eschborn, Bad Wildungen, Frankfurt a.M.
1978 - 1980 Kulturpalast Taschkent / Usbekistan
1978 - 1980 Kunstzentrum, Neu Isenburg
1978 - 1980 Kommunale Galerie, Frankfurt a.M.
1978 - 1980 BFA, Frankfurt a.M.
1981 - 1985 Kunstverein Frankfurt a.M.
1981 - 1985 Paulskirche, Frankfurt a.M.
1981 - 1985 Kommunale Galerie, Frankfurt a.M.
1981 - 1985 Hugenottenhalle, Neu Isenburg
1985 - 1986 Paulskirche, Frankfurt
1985 - 1986 Kunstprojekte “Vitello Tonnato”, “Cheops”, “Über den Winter”, Frankfurt a.M.
1986 - 1991 5 x Karmeliterkloster, Frankfurt a.M.
1988 Kunsthalle, Buchmesse – Frankfurt
1988 Christus meets A. Rainer, Frankfurt a.M.
1990 H+R - OBJEKT, Mainz
1990 Galerie Kempinski, Artothek FFM
1991 H+R - OBJEKT, Mainz
1991 Kunsttage ML 147, Frankfurt
1991 Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt
1991 ART AID, Frankfurt
1992 H+R - OBJEKT, Mainz
1994 Kulturfreie Zone FFM
1994 FAX-ART, Heidelberg
1994 Offene Ateliers Frankfurt
1994 Installation im Museumspark
1994 Mail-Art, Happy Birthday FFM 1200
1995 T-Stück, Kellereiplatz Hofheim
1995 T-Stück, Kulturfrühling Schlüchtern
1997 Kunstverein Ebersberg
1998 Liga der Menschenrechte, Bages
1998 Galerie Rosenborn, Kelkheim

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

Künstlerisches Konzept: „Die Variable Reaktion“

Es sieht schlecht aus...
Was ist denn die Kunst heute? Ist sie das letzte Abenteuer oder ist sie ein Versuch dem System etwas entgegenzusetzen oder ist sie der letzte verzweifelte Akt, dem System zu entkommen? Ist sie schon eingeholt und heißt jetzt ”Aktuelle Kunst” und kämpft die Aktuelle Kunst für den Markt gegen die Kunst? Die Welt ist in einer Krise, die Kunst also auch. Es sieht schlecht aus für die Kunst oder sieht die Kunst schlecht aus? Ich weiß es nicht, aber ich bin mitten drin.
Der wachsenden Markenzeichenkunst setze ich mein Konzept der Variablen Reaktion entgegen.

Die Variable Reaktion...
ist eine Strategie zur Vermeidung identifizierbarer Kontinuität (Mobilitätsprinzip). Sie ist gegen ästhetische Erstarrung, das Verharren auf einer Position und den Identitätszwang des Marktes gerichtet. Nicht die Markenzeichenkunst mit Wiedererkennungswert, nicht der lebenslang gereifte Personalstil ist das Ziel, sondern kreative Vielseitigkeit, die die Veränderung des Ausdrucks zum Prinzip erhebt. Die Variable Reaktion versteht die künstlerische Arbeit als experimentellen Weg, welcher der Perfektionierung entgegensteht.

Text: Klaus Bittner


Die Variable Reaktion, ein Konzept gegen Markenzeichenkunst und Personalstil

1. Kunsterfahrung oder Bestätigung des Vorausgedachten?

Wahre Kunsterfahrung ist eine höchst reflektierte und empfindsame Aktivität. Es ist eine Art Erkenntnislust, die sich nur auf das Werk selbst bezieht und nicht auf die Person des Schöpfers. Dabei geht es nicht um den gesellschaftlich eingeübten Kunstgenuß, der nur aus ist auf Wiedererkennen und Geschmacksbestätigung, um sich des Kunstwerks zu bemächtigen und um zu erfahren, was man schon weiß. Man will gar nichts anderes erfahren und man genießt diese Begegnung als eine, die einen nicht umstößt, sondern auf welke Weise bestätigt.
Diese Bestätigung läuft immer sehr eng mit der Person des Künstlers einher. Man erkennt ihn und seine Art zu arbeiten wieder und kann getrost abhaken.
Wenn der Künstler seine Arbeit mit einem Wiedererkennungscharakter versieht, tut er nichts anderes als diese schale Bestätigung hervorrufen. Er verführt den Betrachter zur schnellen Akzeptanz.
Von diesem Prozeß lebt der gesamte Kunstmarkt. Wiedererkennen ist das A und O der Vermarktung. Hier geht es nicht um den Gehalt einer Arbeit, unabhängig von der Person des Schöpfers, sondern um den Verkauf eines Markenzeichens, eines Personalstils, eines Künstlernamens.
Der Markt stellt an den Künstler die Forderung eines Personalstils, der dann beibehalten werden soll. Eine Kursänderung würde den Betrachter verunsichern und damit den Verkauf behindern.



2. Kunst als Markenzeichen

Es gibt heute kein Kunstwerk mehr ohne den Diskurs der Kritiken, ohne eine Werbestrategie. Letztendlich ist Kunst etwas, das durch Deklaration entsteht, d.h. Kritiker, Museumsleute und Galeristen ernennen etwas zur Kunst oder nicht.
Die Folge ist, daß viele Künstler taktieren und sich Strategien zulegen, um Anerkennung zu finden. So hat Kunst sich zur Betriebskunst gewandelt. Die Künstler produzieren für ein Fachpublikum und auf eine Kennerschaft hin. Das geht soweit, daß in vielen Arbeiten bereits die Werbestrategien der Schöpfer zu erkennen sind.


In einer Zeit des ”anything goes”, des Überangebotes an künstlerischen Hervorbringungen, verspüren viele Künstler den Hang, sich ein unverwechselbares Markenzeichen zuzulegen, das dann vom Fachpublikum leichter bemerkt werden kann. Dahinter steht die Hoffnung, sich über den Wiedererkennungseffekt dauernd in Erinnerung zu rufen, um endlich im Markt angenommen zu werden. Hier hat der Schöpfer des Werkes eindeutig den experimentellen Weg der Kunst verlassen zugunsten des Erfolges im Markt.
Die Methode ist immer die gleiche. Indem ein Künstler “seine einmalige Idee” laufend kopiert, versucht er seine Arbeit zum Markenzeichen hochzustilisieren. Dieser Prozeß macht ihn zum Fachidioten seiner Idee. Er beschränkt seine Phantasie und Kreativität nur noch auf die Variation und Perfektionierung seines Einfalls, was mit Kunst nichts mehr zu tun hat. Sein einziges Ziel ist die Akzeptanz im Kunstmarkt, wo der Wiedererkennungswert der Werke (Markenzeichen) im Zusammenhang mit dem Namen der Künstlerperson zuerst gefragt ist. Die Verkaufsstrategien laufen dann nur noch über den Namen und nicht über die Qualität der Arbeit.
Der Kunstmarkt wählt somit unbewußt die „Nicht-Künstler“ unter den Künstlern aus. Kriterium ist das Prinzip des „sich treu bleibens“ in seinem Personalstil. „Schuster bleib' bei deinen Leisten“ heißt die Devise. Das unkreative und damit unkünstlerische Konzept der laufenden Wiederholung eines persönlichen Markenzeichens dient als Auswahlkriterium, weil der Wiedererkennungswert für den Verkauf an erster Stelle steht.
Leider haben sich die Museen und großen Kunstvereine dieser Praxis angeschlossen, so daß heute nur noch die Künstlerpersonen gefeiert werden. Das Werk ist zur Nebensache verkommen. Es spricht nicht mehr für sich selbst, sondern dient der Erkennung des Schöpfers.



3. Die dauernde Wiederholung einer dünnen Idee - Kunst als Masche

In den Überschneidungszonen der großen künstlerischen Entwürfe der Neuzeit sind noch Lücken vorhanden. Lücken, die bewußt nicht bearbeitet wurden, weil sie für die zu machenden Aussagen nicht geeignet schienen oder die im Tempo der Kunstinnovation übersehen wurden.
Da es heute in der Bildenden Kunst keine Aussicht mehr auf etwas absolut Neues gibt, wird aus Frustration der Blick gerne zurückgeworfen und fällt dann auf diese unbearbeiteten Stellen. Sie werden bevorzugt von Künstlern besetzt, die darin eine Marktlücke erspäht zu haben glauben.
Der Blick auf diese Lücke, die Möglichkeit damit ein Markenzeichen zu kreieren, verhindert den Prozeß der Auseinandersetzung darüber, ob diese Lücke überhaupt künstlerisch tauglich ist und einem aktuellen persönlichen Anliegen entspricht. Die Entdeckerfreude und die Aussicht auf Erfolg sind stärker, als die Lust an der Weiterentwicklung. Heerscharen von Künstlern reiten auf dieser Masche und versuchen damit ihr Glück - ein trügerisches Glück.
Dabei handelt es sich nicht um die notwendige Durcharbeitung eines Themas, sondern um den unkreativen Prozeß der ewigen Wiederholung einer Idee zum Markenzeichen, um endlich im Markt angenommen zu werden. Aus Angst, nicht mehr glaubwürdig zu sein, wird diese Position dann nicht mehr verlassen, womit eine echte künstlerische Entwicklung verhindert wird.
Diese risikolose Haltung lähmt alles Subversive, sie stellt nichts mehr in Frage, notwendige Fehler, aus denen gelernt werden kann, kommen nicht mehr vor.


4. Zur Situation der Künstler
Es herrscht Mobilität bei gleichzeitigem Zögern. Die Künstler schwanken zwischen einem Gefühl von Gewinn und Verlust. Auf der einen Seite gab es noch nie solchen Reichtum an Möglichkeiten, andererseits hat diese Freiheit eine Steigerung der Beliebigkeiten zur Folge und führt oft in eine Ästhetik des Banalen.
Der Überfluß an Kunst zwingt den Künstler zu seltsamen Verrenkungen. Er muß sich einem dauernden Zeigezwang unterwerfen, um Anerkennung für sein Werk zu finden und diese aufrechtzuerhalten. So sieht er sich in einer unentwirrbaren Falle gefangen. Er hat nur noch die Wahl zwischen selbstmörderischer Grießgrämigkeit oder wirtschaftlichem Erfolg, zwischen einer Verweigerungshaltung gegenüber dem Markt oder einem Mitläufertum. Er sieht sich gezwungen den Werbestrategien zu beugen und fühlt gleichzeitig den Verrat an der Kunst selbst.
Um die Arbeit vor zerstörerischen Marktmechanismen zu schützen und ihren Freiraum zu bewahren, scheint es deshalb immer wichtiger zu werden, daß Künstler ihre finanzielle Basis auf andere Beine stellen, als die des Kunstmarktes.
Um Kunst und Markt zu entflechten, müßte über völlig neue Wege von Kunstvermittlung nachgedacht werden. Wege, die andere Möglichkeiten der Finanzierung von Kunst aufzeigen.
So könnte ein Freiraum entstehen, der dem Künstler die Zeit gibt, über sich selbst und seine eigene Arbeit nachdenken zu können. Der Künstler könnte sich den gesellschaftlichen Verwertungszwängen entziehen, ohne unproduktiv zu werden.
Es geht also nicht darum, die eigene Arbeit marktgerecht zu plazieren, sondern um den generellen Fortschritt der Kunst. Dieser ist nur möglich, wenn der Künstler sich zuallererst um die Zufriedenheit mit dem eigenen Produkt bemüht und nicht primär auf Markterfolge schielt, denn letzteres bedeutet immer eine Entfremdung gegenüber dem Produkt der eigenen Arbeit.


5. Das Konzept der “Variablen Reaktion”
Bereits der Ahnherr der modernen Materialkunst Duchamp forderte, daß man ein künstlerisches Prinzip nicht fortwährend wiederholen und zur Masche werden lassen solle. Das nehme ihm die kritische Kraft und kehre es in sein Gegenteil um. Und denkt man das weiter, scheint Duchamps Philosophie tatsächlich die einzige Chance zu sein, um zu verhindern, daß die Produktion von Kunstwerken ähnlich explodiert wie die der Warenwelt, und schließlich als Einwegverpackung auf der Halde landet.

In einer Zeit der schnellen Veränderung in allen Lebensbereichen mag zwar der Wunsch aufkommen, etwas Einmaliges und Unverwechselbares in die Welt zu setzen, jedoch ist dies der falsche Versuch, der keine Antworten gibt auf die jeweiligen Verhältnisse. Kunst ist ein Weg und nicht das Verharren auf einer Position.

Das Konzept der “Variablen Reaktion” ist eine Strategie zur Vermeidung identifizierbarer Kontinuität (Mobilitätsprinzip). Es beinhaltet ganz bewußt die Freiheit Fehler zu machen und ein Risiko einzugehen, um eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Es ist gegen ästhetische Erstarrung gerichtet und verabscheut den Identitätszwang des Marktes. Seine Triebfeder ist nicht die Aussicht auf Erfolg, sondern die Einsicht in den Sinn der künstlerischen Arbeit.


Das Konzept der “Variablen Reaktion” braucht als Basis die Bereitschaft dem Heterogenen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die lebbare Chance, ohne Angst verschieden sein zu können. Es dient der Abgrenzung von allzu Stromlinienförmigem im Kunstmarktgeschehen und soll dem Zwang zur Perfektion des Angepaßten entgegenstehen.

Im Zeitalter der Simulation an einem lebenslang gereiften Personalstil festzuhalten ist unzeitgemäß. Nicht das fortwährende Wiederholen einer Idee, nicht die Markenzeichenkunst mit Wiedererkennungswert ist das Ziel, sondern visuelle Vielseitigkeit, die die Veränderung des Ausdrucks zum Prinzip erhebt. Dieses Prinzip versteht die künstlerische Arbeit als experimentellen Weg, welcher der Perfektionierung entgegensteht. Es ist in erster Linie als künstlerisches Werkzeug zu verstehen.

Am Anfang steht immer eine aktuelle Situation oder ein Thema, welches beim Künstler eine gedankliche Reaktion auslöst. Je nach künstlerischem Werdegang, Lebenslauf und Alter der Künstlerperson wird diese Reaktion verschieden (variabel) sein und zu unterschiedlichen Ideen führen. Entscheidend ist, daß die Ideen zugelassen werden und nicht durch äußere Zwänge beiseitegeschoben werden.
Die Verwirklichung einer künstlerischen Idee fordert eine schöpferische Antwort. Nur wenn die richtigen Mittel zur Umsetzung gefunden werden, kann die Idee sichtbar werden. Der Künstler ist also gezwungen experimentell voranzugehen, d.h. mit unterschiedlichen Materialien und Medien zu operieren, bis er mit dem Produkt seiner Arbeit zufrieden ist. Diese Zufriedenheit darf nicht durch äußere Einflüsse aus dem Markt beeinträchtigt werden.

Um dieses Konzept mit Leben zu erfüllen ist es sinnvoll, allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, auserwählte aktuelle Themen zu bearbeiten, um dann das Ergebnis der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Unterschiedlichkeit der Themen zwingt die Künstler variabel zu reagieren, d.h. mit verschiedenen Ideen und Strategien an die Arbeit zu gehen. Dies kann in Form von Bild, Ton, Objekt, Performance, Installation etc. geschehen.
Solch interdisziplinäre Arbeit dient in erster Linie der künstlerischen Weiterentwicklung und gleichzeitig dem generellen Fortschritt der Kunst. Sie verhindert die ästhetische Erstarrung.

Das Ziel ist, zwischen den Stühlen zu tanzen und sich nicht auf ihnen niederzulassen. Nur so bleibt für den kunstinteressierten Betrachter ein Überraschungsmoment erhalten.

Text von Klaus Bittner


100 Jahre Kunst oder die Flucht ins Nichts?
Es war eine goldene Zeit für die Kunst - 70 Jahre lang. Sie ging mit Riesenschritten voran und entdeckte Neuland. Doch dann wurden ihre Schritte immer schneller, ihre Suche immer gieriger. Und als alles Neuland entdeckt war, da begann sie alte Tabus zu brechen und ihre Begriffe zu erweitern. Sie blähte sich in den folgenden 30 Jahren mächtig auf bis an die Grenzen ihrer selbst.

Da stand sie nun, ratlos vor ihrem eigenen Fortschrittswerk und hatte keine Utopien mehr. Und als ihr die Situation bewußt wurde, da fuhr ihr der Schrecken in die Glieder und sie begann vor sich selbst in alle Richtungen zu fliehen.

Sie flüchtete sich in die Realität und bemerkte, daß sie sich im Alltag aufzulösen drohte.
Sie floh in die Vergangenheit und versuchte Schönheit, Maß, Ordnung und Harmonie der Klassik wieder zu finden.
Sie flüchtete sich in Armut und Askese und versuchte sich hinter monochromen Farbflächen zu verbergen.
Sie flüchtete sich in die Ästhetik des reinen Materials, um dort ihr Heil zu suchen.
Sie flüchtete vor der Sinnlichkeit und befaßte sich mit den abstrakten Zeichen der Sprache.
Sie flüchtete sich in Wiederholungen ihrer selbst und schmückte sie mit neuen Titeln.
Sie trat sogar die Flucht nach vorne an, in der Hoffnung ihren Kollaps über Kaufhauskitsch herbeizuführen.
Bei aller gebotenen Eile hatte sie noch Zeit, Ihren Fluchtwegen einen Namen zu verleihen. Sie nannte sie “Neo-Konstruktivismus”, “Neo-Konzept”, “Neo-Klassik”, "Neo-Expressionismus”, “Neo-Pop”. Doch alles “Neo” half nichts, denn es gab ja nichts Neues mehr zu entdecken. Nachdem sie alle Wege vergeblich ausprobiert hatte und außer Atem war, mußte sie eine Pause einlegen.

Da steht sie nun heute - abgehetzt - und muß sich eingestehen, daß alles viel zu schnell ging, und daß die Geschwindigkeit ihr eigentlicher Feind war, den sie mit stetiger Beschleunigung zu bekämpfen suchte.

Was bleibt ihr also übrig als die Möglichkeiten, die sie sich erarbeitet hat, noch einmal zu überprüfen, ernst und frivol, spielerisch und bisweilen voller Verzweiflung. Vor allem muß sie sich besinnen und zur Ruhe kommen, ihren Platz als Freizeitunterhalterin aufgeben, sich vom Zeigezwang befreien, sich ein Stück aus der Öffentlichkeit zurückziehen an die Entstehungsorte ihrer Erfindungen.
Vielleicht wird ihr bewußt, daß Geschwindigkeit nur Leere hervorruft, welche wiederum zur Eile antreibt.
Vielleicht ist sie es, die ein Mittel gegen die Beschleunigung der Prozesse findet.
Vielleicht erwächst ihr die Aufgabe, die Menschen von der wachsenden Simulation zur Lebenswirklichkeit zurückzuführen.
Vielleicht kann sie wieder eine wichtige Position als gesellschaftliche Vorkämpferin einnehmen - vielleicht.

Text von Klaus Bittner

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