Artist | Sonja Alhäuser (*1969)

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    • Sonja Alhäuser

      Schokoladenmaschine I und II1999
    • Sonja Alhäuser

      "Großes Bärentöter-Fest"2000

Biography

Biography

1969 geboren in Kirchen, Westerwald
1989 - 94 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Schwegler
1994 Meisterschülerin
1997 Peter-Mertes-Stipendium, Kunstverein Bonn (Katalog)
1998 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen
1999 Ringenberg Stipendium
1999 Stipendium des Kunstfonds e. V., Bonn
2000 Förderpreis der Stadt Düsseldorf
2000 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

"Feste" - der Titel, den Sonja Alhäuser ihrer Bochumer Ausstellung gegeben hat, klingt programmatisch und das mit vollem Recht, denn er bezeichnet das durchgehende Thema ihrer in den letzten Monaten entstandenen figürlich-gegen-ständlichen Zeichnungen, welche - ungeachtet aller Unterschiede im Einzelnen - sämtlich Feiergeschehnisse zur Darstellung bringen. Wie auch sonst häufig in Alhäusers bisher entstandenem Werk spielen auch in ihren neuesten großformatigen aquarellierten Zeichnungen elementare menschliche Bedürfnisse wie Essen, Trinken oder Sex sowie deren kulturelle Verfeinerungen zum genussvollen Verzehr bzw. Verkehr eine nicht zu übersehende Bedeutung. Gerade auch das Feiertägliche erscheint in ihnen mit dem alltäglichen Leben ebenso wohl anschaulich verbunden wie zugleich imaginativ über alles Gewöhnliche hinaus erhoben.

Aufschlussreich in dieser Hinsicht und vor allem typisch für den höchst eigenwilligen Zeichenstil von Sonja Alhäuser ist auch das umseitig abgebildete Blatt "Großes Bärentöter-Fest". Es bezeugt den für ihre Zeichnungen insgesamt charakteristischen horror vacui der Künstlerin und erschließt sich - schon aufgrund der bloßen Vielfalt - keineswegs dem ersten Blick. Die Fülle, ja Überfülle der kleinteilig von Rand zu Rand geführten zeichnerischen Details kann das Auge zunächst sicherlich verwirren, aber auch die Entdeckerfreude des Betrachters stimulieren. In jedem Fall erfordert diese ein genaues, nahsichtiges, die Einzelheiten allererst entzifferndes, d. h. gewissermaßen lesendes Sehen des Betrachters - ohne feste Folgeordnung allerdings. Einem solchen synthetisierenden, bald hier- und bald dorthin sich richtenden Sehen, dem sich die vielfältigen Details wie auch der Gesamtzusammenhang des Gezeichneten nur allmählich entfalten, entspricht zweifellos auch die Herstellungsweise des Blattes, das nur in Grenzen vorhersehbar ist. Das Zeichnen Sonja AJhäusers ist als Verfahren offensichtlich voller Neueinfälle. Niemals ist es die bloß sinnliche Realisation einer ideenbe-dingten - etwa bereits in Texten vorgegebenen - Erzählabfolge. In eben dem Maße, in dem sowohl das Einzelne wie das Gesamte bei Alhäuser nicht in vorgefassten, d. h. auch unabhängig vom Zeichnen existierenden Vorstellungen gründet, in eben dem Maße könnte man bei ihr von einem generativen, imaginativ sich fortspinnenden Zeichnen sprechen. Die Künstlerin kann und will nicht schon vorherwissen, weiche Details ihr Zeichnen an welche Details anschließt und wie im Endergebnis das Gesamt der so entwickelten Geschehensabfolgen eigentlich aussieht. Das fertige gezeichnete Ensemble ist auch für seine Urheberin überraschend, indem es die im Verfahren des Zeichnens selbst bedingten Unvorhersehbarkeiten der Imagination aufgehoben in sich enthält.

Zwar haftet sicher auch im umseitigen Beispiel dem Gezeichneten ein bilderbuchartiger, illustrativer Charakter an. Und doch steht das Gezeichnete tatsächlich nur zum geringsten Teil im Verhältnis zu einem schon vorher bekannten Text, in diesem Fall zu dem Rezept für ein hochprozentiges, nordisches Heißgetränk mit der metaphorischen Bezeichnung "Bärentöter", dessen Zubereitung Sonja Alhäuser im linken unteren Viertel ihres Blattes entsprechend der Leserichtung in drei Kochtopf-Schritten phantasievoll vergegenwärtigt. Aber dieses Rezept, das als Text ja noch nichts visualisiert, sondern dessen Sichtbarkeit die Künstlerin erst erfinden muss, ist eben lediglich die Grundlage ihrer Darstellung und nur der Auslöser einer um textliche oder sonst irgendwelche Vorgaben gänzlich unbekümmerten reichhaltigen Ereignisimagination, welche in ihrer Komplexität an dieser Stelle auch nicht annähernd sprachlich zu erörtern, wohl aber mit Blick auf die Abbildung zu sehen ist.

Mehr und Genaueres dazu bei der Eröffnung, bei der Sonja Alhäuser versprochen hat, von ihr hergestellte Kulinaria anzubieten, die anstelle des sonst bei diesem Anlass üblichen ländlichen Buffet diesmal nicht im Vorraum, sondern im Ausstellungsraum selbst, nämlich den Zeichnungen gegenüber, d. h. als diesen gleichwertige, wenn auch kurzlebigere Schöpfungen zu finden sind. Sie sollen von den Besuchern tatsächlich gegessen werden, so dass die Kunst Alhäusers zusätzlich durch den Magen geht, Auch in diesem Sinne also: Willkommen zum Feste auf Kemnade!

Text von Ulrich Fernkom

Solo Exhibitions (selection)

Solo Exhibitions (selection)

1997 "Rundritt im Stadtanzug", Kunstakademie Düsseldorf
1997 "Viele Grüße", Galerie 102, Düsseldorf
1999 "männliches + weibliches", Sies + Höke Galerie, Düsseldorf
1999 The Living Room, Amsterdam (anlässlich der Ausstellung
1999 "Neues Gestirn" - Junge Kunst aus NRW)
2000 Neue Kunst e. V, Wolfsburg (Katalog)
2000 "Feste", Kunstverein Bochum
2000 Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig
2000 Sies + Höke Galerie, Düsseldorf

Group Exhibitions (selection)

Group Exhibitions (selection)

1994 "Zur Darstellung weitverbreiteter Seen", Gruppenausstellung der Kunstakademie Düsseldorf, Dresden
1997 "Laib + Seele", zusammen mit J. Samen im Rahmen der "Ausstellungsreihe "Short Cuts", Galerie 102, Düsseldorf
1997 "Feter-Mertes-Stipendium 1997" Bonner Kunstverein, Bonn (Katalog, zusammen mit R. Berger)
1998 "Eingemacht", Frauenmuseum Bonn (Katatalog)
1998 "Er konnte weder schwimmen noch lesen", Freibad Stockum, Düsseldorf
1998 "EI Ninjo", Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach (Katalog)
1998 "OSYGOS", Produzentengalerie, Hamburg
1998 "petshop", Sies + Höke Galerie, Düsseldorf
1999 "Organisation des Alltags", zusammen mit R. Berger, Förderverein Aktuelle Kunst e.V., Münster
1999 Simultanhalle Köln, zusammen mit J. Samen
1999 Kunstraum Düsseldorf, zusammen (mit Corinna Schnitt), Düsseldorf
1999 "Near Heaven", Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach
1999 "mode of art", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
1999 "Freies Rheinland", Galerie Helga de Alvear, Madrid, Spanien
2000 Tate New York
2000 "Zirkulierende Arten", Bonner Kunstverein
2000 "Daydreams", Sies + Höke Galerie, Düsseldorf

Bibliography

Bibliography

"Sonja Alhäuser", Ausstellungskatalog (05.02. - 17.03.2000), 16 Seiten, 18 farbige Abbildungen; Junge Kunst e.V. Wolfsburg, Schillerstraße 25, D-38440 Wolfsburg

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Venue types: Gallery / Museum / Non-Profit / Collector
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(no. of shows) - all shows - Top 100
Judith Samen (5)- 37
Rirkrit Tiravanija (4)- 150
Heike Kathi Barath (4)- 34
Thomas Rentmeister (4)- 53
Dieter Roth (Diter Rot) [Dieter Rot] (4)- 277
Exhibitions by type
48:   19 / 9 / 19 / 1
Venues by type
38:   14 / 7 / 16 / 1
Curators 9
artist-info records Jun 1997 - May 2016
Countries - Top 4 of 4
Germany (34)
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Netherlands (1)
Austria (1)
Cities - Top 5 of 30
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Frankfurt am Main (3)
Düsseldorf (3)
Bad Ems (2)
Venues (no. of shows ) Top 5 of 38
Arp Museum - Bahnhof Rolandseck (3)
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Galerie Anita Beckers (2)
7hours.com (2)
Künstlerhaus Schloß Balmoral (2)
Curators (no. of shows) Top 5 of 5
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Exhibition Title

Danke! Danke!

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Schmidt, Sabine Maria (Curator)       +0
KUNSTHALLE ERFURT G Jun 2015 - Sep 2015 Erfurt (152) +1
Opitz, Silke (Curator)       +0
Deutsche Bank Collection - Artists S Apr 2015 - Apr 2015 Frankfurt am Main (1) +0
Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern - mpk S Nov 2014 - Feb 2015 Kaiserslautern (80) +0
Blaffer Art Museum - University of Houston G Sep 2013 - Dec 2013 Houston (42) +0
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