Artist | Karl Weibl (*1959)

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    • Karl Weibl

      half blue / realzeit 62",1997
    • Karl Weibl

      Ohne Titel (Triptychon)2000

Biography

Biography

1959 geboren in Eggenfelden, aufgewachsen in Prien am Chiemsee
1982 - 87 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
lebt und arbeitet in München

1991 Stipendium der Deutsch-Französischen Gesellschaft Passau/Midi-Pyrénées
1997 Projektförderung durch die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München
1998 Leitung des Workshops "Konzeptionelle Landschaftsfotografie" an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign in München

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

in focus Galerie am Dom, Köln, zeigt vom 27. Oktober bis zum 19. November 2000 José Ferrero Villares und Karl Weibl

DUETTE
Die "Duette" der Arbeitsreihen "Half Blue" und "Half Straw" verbinden Platten aus poliertem Carraramarmor mit Photographien der Landschaften des Appenins. Das seit Jahrmillionen Abgelagerte in Einheit mit dem Diesjährigen, das sich in diesem Jahr in dieser Weise zeigte, dessen Vergänglichkeit wir in seinen Zyklen des Werdens und Vergehens erleben. Die Vergänglichkeit der Landschaft dann scheinbar entzeitlicht durch das scheinbar objektive Photographieren des Künstlers. Das verfremdende Darbieten der Oberfläche und des Untergrunds eines Naturraums schafft in seinem Zusammen eine fiktive Landschaft, die ihre Fiktionalität allerdings immer in den Aneignungs- und Verfremdungstechniken preisgibt.

Mit den "Duetten" erweitert Karl Weibl die Materialpalette, mit der er das Phänomen begreiflich und nunmehr anschaulich machen will, das im Zentrum aller bisherigen Arbeiten stand: Nach den Torfprojekten setzt sich auch das aktuelle Schaffen über die Medien Stein/ Photographie mit dem Phänomen Zeit auseinander. Die anderen Materialien akzentuieren freilich das Thema entscheidend: Während die Torfarbeiten unserer verwalteten Welt, in der Zeit allenfalls noch als Punktierungsmaßstab der Terminkalender wahrgenommen wird, gewissermaßen die "Torfuhr" entgegenstellten und so umfassende Assoziationen zum Erleben von Zeit auszulösen vermochten, so konfrontieren die "Half Blue/Half Straw"-Arbeiten den Betrachter mit zeitlich erlebten Raum. Die vom Kunstwerk illusionierte Landschaft gibt sich freilich immer deutlich als Konstrukt zu erkennen.

Die Synthese von poliertem Stein und verfremdeter Landschaftsphotographie zum Kunstareal verweist jeweils zurück in die Realität der verwendeten Materialien. Der Einsatz des Materials gibt sodann Aufschluss über die Konnotationen, das es im Kunstzusammenhang trägt.

Der Marmor ist weder naturbelassen noch weiterbehauen, sondern wird präsentiert, wie er in den traditionsreichen Steinbrüchen von Carrara abgebaut, verarbeitet und versandt wird: als Platte geschnitten und poliert. Der Wert des Materials liegt in sich selbst - und verweist doch auf das Nutzbarmachen, das Ausbeuten der Natur durch den Menschen.

Parallelisiert man zu dieser Art des Darbietens des Steins die Photographien, so gilt: Das Material ist die Naturlandschaft, wie sie das Auge des Photographen sieht. Das Photographieren ist das Usurpieren der Naturlandschaft durch den Photographen, keine industrielle Nutzbarmachung, sondern ein sanftes Eindringen mit künstlerischer Intention. Die Reproduktion der Landschaft erfährt nun entscheidende Verfremdungen: Das Schwarz-Weiß-Negativ wird auf Colorpapier vergrößert entwickelt, wobei die jeweiligen Farbwerte "Half Blue" respektive "Half Straw", festliegende Töne innerhalb der internationalen Farbskala, durch Filterung erzeugt werden. Die angeblich "objektive" Photographie gibt sich selbst preis als subjektives Darstellen eines Sujets, provoziert die Nähe zum Tafelbild.

Das entstandene Objekt ist ein Diskurs über eine real vorhandene Landschaft, und ist doch mehr: Eigenständige Kunstlandschaft, die auf die skizzierten Raum-Zeit-Assoziationen zielt. Der Sicherheit, die wir aus dem Abmessen und Benützen in Metern oder Stunden ableiten, wird der Boden entzogen, unser Verhältnis zu Raum (Landschaft) und Zeit als Problem etabliert. Ironischerweise gibt dann den Werken ein eindeutig Meßbares der jeweilige Titel: Die Sekundenangabe in "Realzeit" steht für die Dauer, die bei der Farbfilterung nötig ist, um "Half Blue" oder "Half Straw" zu erzeugen. Aber "Realzeit" ist hier nicht mehr als der schwimmende Ast, an den wir uns klammern, um der "Problemzeit" zu entgehen.

Projects

Projects

1987 "Zeitgeschehen" (Torf, Sand, Jute, Zeit 2,40 x 2,40 x 2,40 Meter)
1987 zwei "Zeitgeschehen" (Dokumentation), Landertsham/Obb.
1988 "Zeitgeschehen", Wasserburg/Inn
1989 "Zeitgeschehen", Haus der Kunst, München
1990 "Zeitgeschehen", Rosenheim
1990 "Zeitgeschehen", March-Hugstetten
1991 / 92 "Zeitgeschehen", Marssac Sur Tarn, Frankreich (Albi)
1991 / 92 "Zeitgeschehen", Nürnberg
1995 / 96 "Zeitgeschehen", Evangelische Akademie Tutzing, Tutzing
1998 "Zeitgeschehen", IV. Europa Biennale, Art in Nature, Schloßpark Laxenburg bei Wien

Solo Exhibitions (selection)

Solo Exhibitions (selection)

1986 "Materialbeschau" (Katalog), Galerie im Ganserhaus, Wasserburg/Inn
1987 "In Sand" (Katalog), Kunst + Kommunikation, München
1990 "Torfarbeiten", Rosenheimer Kunstverein, Rosenheim
1990 "Die Zwölf Apostel" (Buch), Galerie Regio, March-Hugstetten
1990 "Torfarbeiten", Cordonhaus, Cham
1992 "Torfarbeiten" (Katalog), Bea Vogt Galerie, München
1994 "Der Enki-Tempel von Ur" (Katalog), Freundeskreis Wilhelmshöhe e.V., Ettlingen
1995 "Die Zwölf Apostel", Evangelische Akademie Tutzing, Tutzing
1995 "Stand der Zeit", Neues Museum Landsberg am Lech, Landsberg
1997 "Moorzeit", Aspekte-Galerie der VHS, München
1997 "Caduta di Torba", Galerie Caduta Sassi, München
1997 »Der Enki-Tempel von Ur« (Katalog), Kulturamt der Stadt Waldkraiburg, Waldkraiburg
1997 "Moorzeit", Erlangen
1997 "duette", Institut u. Staatss. f. Paläontologie u. Historische Geologie, München
1999 "duette", Galerie X, München
1999 "Auf dem Boden des Grundgesetzes~, Aspekte-Galerie, München
1992/93 vertreten auf der ART COLOGNE, Bea Vogt Galerie, München
1999 vertreten auf der ART COLOGNE, Galerie Andreas Binder, München

Group Exhibitions (selection)

Group Exhibitions (selection)

1988 Skulpturenweg, Wasserburg/Inn
1989 Große Kunstausstellung München
1990 Skulpturenweg, Wasserburg/Inn
1991 Zone: Für eine Ästhetik der letzten Dinge, Nürnberg
1993 Blickpunkt München, Kunstsammlung Tumulka, München
1994 Fungus, The Hermit Foundation in Plasy, Czech Republic
1994 Transit 1, Aachen
1996 »Ausgrabung«, Kunst in der Landschaft III, Gut Gastell, Prigglitz, Österreich
1996 Bewegung / Stillstand II, Ludwig Museum, Aachen
1996 "Zeitdepot", Pseudopanax Discolor, Botanischer Garten, München
1996 "Jahrtausende", Movimiento Inercia, Valencia, Spanien
1997 "Jahrtausende", Transit II, Aachen
1997 un ordnung, Botanischer Garten, München
1998 Internationale Photoszene, Köln
1998 Preisträger der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Staatskanzlei, München
1999 Unsichtbare Wirklichkeiten, Dorint, Brüssel, Belgien
1999 "Fundamento I", Skulpturenprojekt Obing am See, Obing
1999 "Fundamento II", Europa-Biennale, Arsenale di Venezia 1999
2000 "Fundamentum Romanum«, Römische Spur, Städtische Galerie, Rosenheim
2000 »Fundamento 114, Skulpturenpark Ismaning, Ismaning
2000 Preisträger der Deutsch-Französischen Gesellschaft, à l'Hotel de Région, Toulouse

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Exhibitions by type
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Venues by type
6:   4 / 0 / 2 / 0
Curators 0
artist-info records Oct 1997 - May 2003
Countries - Top 1 of 1
Germany (4)
Cities 3 - Top of 3
München (3)
Köln (2)
Hannover (1)
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Galerie X Sadie Bierl (1)
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Galerie Ruf S Mar 2003 - May 2003 München (44) +0
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Galerie X Sadie Bierl S Feb 1999 - Mar 1999 München (19) +0
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Institut und Staatssammlung für Paläontologie S Oct 1997 - Nov 1997 München (1) +0
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