Artist | Markus Weggenmann (*1953)

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Biography

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1953 in Singen/Hohentwiel geboren
lebt und arbeitet in Zürich

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

Es scheint, als hätte Markus Weggenmann - 1953 in Singen geboren, seit über zehn Jahren in Zürich lebend - seine Malerei erst richtig aufgenommen, als er einen hohen Grad an künstlerischer Bewußtheit erreicht hatte. Er war zwar künstlerisch oder besser kunsthandwerklich vorbelastet - seine Vorfahren waren Steinmetze -, er hat sich aber den direkten Einstieg in die Kunst gewissermaßen versagt und einen Weg über eine Ausbildung zum Psychotherapeuten gewählt und mehrere Jahre entsprechender Berufspraxis absolviert. Parallel dazu finden sich einige künstlerische Ansätze und einzelne kleinere Ausstellungen, einen gültigen Anfang gibt es allerdings erst mit der Aufgabe der therapeutischen Tätigkeit. Dieser Wechsel war wohl zuerst eher als Unterbrechung gedacht die dezidierte Hinwendung zur Malerei sowie der prompte, vielleicht überraschende Erfolg mögen den Autodidakten dann aber doch fester an die freie künstlerische Tätigkeit gebunden haben: Markus Weggenmann ist bereits 35 Jahre alt, als er sich zu diesem Schritt entschließt; ein Jahr später, 1989, hat er eine viel beachtete Ausstellung in der Shedhalle Zürich, seit 1990 folgen Ausstellungen in Galerien, 1995 erhält er den großen Auftrag für eine Wandgestaltung am Hauptsitz einer Großbank in Zürich und seine erste Museumsausstellung im Städtischen Kunstmuseum in Singen.
Schon am Anfang seines künstlerischen Schaffens hat Markus Weggenmann einzelne Entscheidungen getroffen, welche die weitere Arbeit prägen und denen der Künstler mit großer Konsequenz folgt: Die Aufteilung der Bildfläche in eine einfache, nachvollziehbare Grundstruktur; die Entwicklung sogenannter "Prototypen " (Harm Lux), die als formales Gerüst beinahe stur wiederholt werden und so dem Einsatz der Farbe Tür und Tor öffnen; die Abwendung vom Einzelbild und die Arbeit in größeren Serien. Damit ist ein Feld abgesteckt, das dem Künstler in gewissem Sinn Halt gibt, das ihn aber auch davor befreit, sich immer wieder auf die Suche nach Motiven oder neuen formalen Lösungen zu machen: Sei es die Serie "Meilen " (1989), oder die seit 1992 entstehende umfangreiche Serie der "Streifen" oder auch die Serie der "Felder". Markus Weggenmann wählt vertraute Formen, die in ihrer Einfachheit nie in Frage gestellt werden und so andere Elemente fokussieren lassen. Und er nimmt sie zum Ausgangspunkt für eine dezidiert auf Farbwirkung orientierte Malerei.

Die Wurzeln von Markus Weggenmanns Kunst liegen - bei aller Nähe - weniger in der analytischen Malerei als in den Versuchen der jüngeren Kunstgeschichte, aus dem strukturorientierten und streng methodischen Umgang mit Farben und Formen auszubrechen und eine Arbeit am Bild zu betreiben. Eine Arbeit, die anderen Faktoren Rechnung trägt und der Malerei Bedeutung zu verleihen versucht, die außerhalb der selbstreferentiellen Analyse liegt. Er profitiert in seinem Werk von der bildnerischen Forschungsarbeit der konzeptuellen Malerei, vor allem von der radikalen Befreiung der Farbe. Ihn trennt davon aber die Konzentration auf die visuellen Aspekte der Malerei, die theoretische Reflexionen über die Bedingungen von Malerei in den Hintergrund drängt und statt ewig gültiger fundamentaler Gesetzmäßigkeiten die Schönheit des Augenblicks proklamiert. Synthetisch baut Markus Weggenmann seine Bilder auf und räumt dabei intuitiven Entscheidungen großen Platz ein.

Er vergewissert sich immer zuerst des Bildraumes, indem er ihn strukturiert und malerisch "begreift", und vergewissert sich der Zeit, indem er den Malprozeß in gewisser Weise ritualisiert, legt Farbschicht über Farbschicht, setzt Streifen neben Streifen und malt - so will es sein jüngster Großauftrag - Bild um Bild. Er denkt dabei das Bild nie als abstrakte Größe, sondern als konkretes, leibhaftiges Ereignis in Raum und Zeit. Markus Weggenmann versucht, einen formalen Automatismus zu erlangen, der einen größeren Spielraum im Umgang mit künstlerischen Entscheidungen offenläßt und demnach das Bild, trotz aller konzeptueller Vorgaben, als lebendigen Gegenstand begreift. Im Unterschied zu den früheren Werken, in denen die Kombination der Farben außerhalb des Bildes experimentell ermittelt und erst anschließend auf die Bildfläche übertragen wurde, ist bei den "Streifen"-Bildern dieser Prozeß ins Bild selbst verlegt. Zwar ist auch hier die formale Bildstruktur vorgegeben und auch die technologischen Aspekte sind längst vertraut, vielleicht ist sogar die angestrebte Qualität des Bildes (als Ziel) bekannt - der Weg aber, auf dem sich der Künstler fortbewegt, hat mehrere Unbekannte und findet im fertigen Bild lediglich eine provisorische Lösung, die mit jedem neuen Bild in den inzwischen riesigen Serien wieder aufgehoben wird.

Die formale Organisation der Bildfläche hat bei Markus Weggenmann in erster Linie dienende Funktion: Sie steht ganz im Zeichen der Farbe. Der Künstler benützt das ganze Farbspektrum und hält sich an keine ästhetischen Konventionen. Seine Farben sind von ungehemmter Leuchtkraft, deren Intensität durch verschiedene Kombinationen noch gesteigert wird. Alles Erdige, Tonige ist dem Künstler fremd - sein Ausdruck ist die ins Extrem gesteigerte Künstlichkeit. Trotz plakativer Klarheit sind die Bilder von Markus Weggenmann keine unverrückbaren Behauptungen, sie sind verschiedenen äußeren Faktoren ausgesetzt und reagieren insbesondere auf die Veränderungen des Lichtes. Mit ihrer zuweilen lieblichen, zuweilen aggressiven Emotionalität sind sie kein in sich ruhendes Gegenüber, kein Faktum der Kunstgeschichte mit Distanz schaffender Aura, sondern generieren einen dynamischen Farbraum, aus dem es kein Entweichen gibt. Hier wird nicht zur stillen meditativen Versenkung aufgerufen, sondern zum angeregten Dialog, der alle Spannungen des Auf und Ab in sich birgt.

Die Bilder haben keine Erinnerung, sondern sind reine Gegenwart und bleiben äußerst flüchtig. So unmittelbar Ihre sinnliche Wirkung ist, so wenig lassen sie sich fixieren: Sie haben eine offene Bildstruktur und sind als Ausschnitte charakterisiert. Was eignet sich da besser als Streifen, die irgendwoher kommen und Irgendwohin führen und deren Rhythmus sich nach unten und nach oben beliebig fortsetzen könnte. Das Provisorische wird durch die Negation des Einzelbildes und die Arbeit in Serien zusätzlich unterstrichen, und die Flüchtigkeit durch die alles überstrahlende Leuchtkraft der Farben und die den Raum dynamisierenden Farbkontraste hypostasiert. Die Polarität von Vergegenwärtigung und Auflösung - ein uraltes und immer wieder aktuelles Thema - wird hier nicht durch literarische Motive, sondern rein mit den Mitteln der Malerei thematisiert. Markus Weggenmann versucht, Sinnlichkeit unmittelbar wirksam werden zu lassen. Er scheut barocke Opulenz nicht, im Gegenteil: Er inszeniert signalhafte, plakative, emotionsgeladene Farborgien, die im höchsten Maß an den Augenblick gebunden sind. Doch kann man sich dieser höchsten Seinsqualität nicht hingeben, ohne zugleich auch den Keim der Vergänglichkeit in sich zu spüren. - Auf daß die Rose den kurzen Moment ihrer schönsten Blütensprache lange halte.

Text von Stephan Kunz - in: artist kunstmagazin, Heft 24, 3/1995, S. 18 - 21; ISSN 0936-8930

Solo Exhibitions (selection)

Solo Exhibitions (selection)

1987 Galerie Agi Schöningh, Zürich
1989 Shedhalle, Zürich (Katalog)
1990 Galerie Mark Müller, Zürich
1992 Galerie Mark Müller, Zürich
1993 Galerie Friebe, Lüdenscheid
Galerie der Stadt, Fellbach
1994 Kunstraum G7, Mannheim
Galerie Mark Müller, Zürich (Katalog)
Kunstverein Reinach/ Basel (mit Olivier Mosset)
1995 Städt. Kunstmuseum, Singen (Künstlerbuch)
1996 Kunstraum Neue Kunst, Hannover
Galerie Appel & Fertsch, Frankfurt
1997 Artothek, Köln
Galerie Mark Müller, Zürich

Group Exhibitions (selection)

Group Exhibitions (selection)

1992 Y-Ruimte, Loods 6, Amsterdam
Kunstszene Part 2, Alte Kaserne, Winterthur
1993 x Hoch 2, Kleines Helmhaus, Zürich
1994 Gruppe L, Galerie unter dem Turm, Stuttgart
Gruppe L, Galerie im Amtshimmel, Baden
Städt. Kunstmuseum, Singen
Eine Art Kunstszene, Helmhaus, Zürich
1995 Galerie Maier/Köstring, München
Kunst aus Zürich '95, Kunsthaus Zürich
1996 Zona Cesarini, Kulturzentrum Kammgarn, Schaffhausen
Galerie Cora Hölz, Düsseldorf (Katalog)
1997 "zürich", Galerie Friebe, Lüdenscheid

Public Collections / Private Collections

Public Collections / Private Collections

1989 Installation an der Fassade des Kunsthauses Zürich (temporär)
1995 Institut für Ethik und Sozialethik, Universität Zürich
Crédit Suisse, Verwaltungszentrum Uetlihof, Zürich

Bibliography

Bibliography

1989 - Christian Klemm: Informationsblatt des Kunsthauses Zürich
- Neue Zürcher Zeitung, 28.1.1989
- Tagblatt der Stadt Zürich, 8.2.1989
- Harm Lux und Christoph Doswald: Katalogtexte Ausstellung Shedhalle, Zürich, November 1989
- Hans Renggli: Tages-Anzeiger Zürich, 17.11.1989
- Sabine Weder Arlitt: Badener Tageblatt, 27.11.1989 und Zürichsee-Zeitung, Stäfa, 9.10.1990
- Der Zürcher Oberländer, November 1989
1990 - Sabine Weder Arlitt: Zürichsee-Zeitung, Stäfa, 9.10.1990
- Badener Tageblatt, 15.10.1990
- Christoph Doswald: KUNSTFORUM international Bd. 110
1992 - Simon Maurer: Tages-Anzeiger, Züri-Tip, Zürich, 14.4.1992
1993 - Christoph Doswald: Cimal Arte internacional 30-40, 1993, Valencia, Spanien
1994 - Christel Heybrock: Morgen Mannheim, 25.4.94
- Renate Dürst: Basler zeitung, Feuilleton, 17.6.94
- Daniel Kurjakovic: Katalog Galerie Mark Müller, Zürich
- Ingrid Testor: Voir, Oktober 94
- Daniel Kurjakovic: Katalog: Zeitgenössische Kunst in der Deutschen Bank, Frankfurt
- Claudia Jolles: Kunstbulletin Nr. 12
1995 - Künstlerbuch, Städt. Kunstmuseum, Singen, November 94
- Stefan Kunz: Artist, Bremen, Juli/August 95
- Christoph Bauer: Markus Weggenmann - Malerei, Singen, 17.11.1995
- Mathias Biehler: Südkurier Nr. 226, Farbe als reine Emotion
- Mathias Biehler: Singener Wochenblatt 271, Nach dem Ende der Malerei
- Kultublätter, Singen, Dezember 1995
- Singen kommunal, 24.11.1994
1996 - Sabine Ochabe: Accent, Farbattacken, Januar
- Kunst im Uetlihof 2, Schweizerische Kreditanstalt, Zürich
- Reinhard Ermen: KUNSTFORUM international, Bd. 133, S. 379
- Silke Rissling: Hannoversche Allg. Zeitung, 26.6.1996
- Holger Liebs: Fenêtre jaune cadmium, Galerie Cora Hölz, 6.9.96

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Reto Boller (4)- 26
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Stefan Gritsch (3)- 30
Hans Steinbrenner (2)- 123
Exhibitions by type
31:   26 / 2 / 2 / 1
Venues by type
19:   14 / 2 / 2 / 1
Curators 1
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Countries - Top 3 of 3
Germany (16)
Switzerland (6)
Netherlands (2)
Cities - Top 5 of 14
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Zürich (4)
New York (4)
Lüdenscheid (4)
Köln (2)
Venues (no. of shows ) Top 5 of 19
Galerie Friebe (4)
Mark Müller (4)
Margarete Roeder Gallery - New York (4)
Galerie Appel (2)
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Curators (no. of shows) Top 1 of 1
Roland Scotti(1)
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Galerie Appel G Jan 2013 - Feb 2013 Frankfurt am Main (90) +0
Kunstmuseum Appenzell G Mar 2010 - Jun 2010 Appenzell (35) +0
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