Artist | Friedhelm Tschentscher (*1936)

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    • Friedhelm Tschentscher

      Gitter 31975

Exhibition at Galerie Hoffmann

Exhibition at Galerie Hoffmann

23.10. 2001 - 6.12.2001, "skulpturen 1960 - 2001", galerie hoffmann, görbelheimermühle, D-61169 friedberg

Die große Werkübersicht wurde sorgfältig aus Leihgaben und dem Werkbestand des Künstlers zusammengetragen. Selten konnten wir eine solch stimmige, harmonische Ausstellung zeigen. Wir freuen uns mit Friedhelm Tschentscher über diese retrospektive auf 3 ebenen!

sie zeigt die frühesten arbeiten von 1963 mit den klassischen Themen: "Reihungen", "unendlicher schleife", "Zylinderschnitten", er arbeitet tastend mit kostbaren Materialien.

Dann kommt der abrupte Schnitt, die Faszination von neuen Materialien und einem neuen denken, der Transparenz, der offenen Form, der Systematik. "Kugeln, die in Raumgittern eingegliedert werden. die kugeln bestehen aus weißem Acrylglas, gehalten von senkrechten und waagerechten Scheiben aus farblosem material. Die Scheiben bestimmen die Schnittform der Kugeln.." 1966 - 75

Sein Wunsch nach Volumen und Reduktion ist aber wohl zu stark, er arbeitet weiter an Kugel-Würfeldurchdringungen, aber jetzt in leichtem, weißem, undurchsichtigem, anonymem Kunststoff. ab 1978.

Dann kommt über mehrere Zwischenstufen die Abwendung von der Hohlform, die immer stärkere Reduktion zu letztlich schweren Granit -und Stahlskulpturen. Aus wenigen Grundformen, zunächst Kugel - und Würfelschnitten, später Zylinder - und Würfelschnitten, bildet er Konstellationen, die in zweifacher Hinsicht jeweils eine Einheit bilden: immer sind die teile formverwandt, dazu kommt die reale gegenseitige Bedingtheit, weil erst durch zusammenfügen ihre Instabilität aufgehoben wird. ... bis hin zu seinen letzten arbeiten, der Verschmelzung von geometrischen Schnittvolumen zu einem untrennbaren Ganzen. "Zylinder- und Kugelausschnitte werden mit Quadern verbunden oder von ihnen durchdrungen. Die so entstandenen Raumknoten werden an den Seiten derart radikal beschnitten, dass allein die Kernformen der Verbindung übrig bleiben. Die Schnitte können eben oder sphärisch sein".

Biography

Biography

1936 Geboren in Hofgeismar
1958 Bildhauerlehre
1960 - 64 Studium an der Hochschule für bildende Künste Kassel
1966 - 96 Kunsterzieher
1963 Beginn der Untersuchungen geometrischer Körper: Schnitte an Ellipsoid, Zylinder und Kugel
1970 Systematische Ordnung von Kugelschalensegmenten in Säulen und Gitterform. Kombination von weißem und farblosem Acrylglas
1977 Abkehr vom didaktischen Prinzip: Betonen des Plastischen durch Kontrastieren von gekrümmten und ebenen Flächen: mehrteilige, variable Objekte
1979 Erste rundplastische Einheiten: Durchdringung von Kugel und Würfel aus weißem Polystyrol
1980 Verwendung von schweren Materialien wie Stein, Messing und Eisen, zur Erzeugung haptischer Werte durch Ausbalancieren der Gewichte bei zweiteiligen Arbeiten.
1989 Monolithische Skulpturen, aus verschränkten geometrischen Teilen, die untrennbar sich in einem Ganzen aufheben.
Lebt und arbeitet in Hofgeismar

Solo Exhibitions

Solo Exhibitions

1980 Studio a, Otterndorf (mit Rudolf Vombek)
1981 Theater am Ring, Villingen (mit Günter Dohr)
1982 Galerie Jesse, Bielefeld
1983 Sammlung Lohl, Soest
1984 Galerie Jesse, Bielefeld
1984 Studio Berggemeinde, Frankfurt/M
1985 Galerie St. Johann, Saarbrücken
1985 Kunstverein Pforzheim (mit Werner Kriegelstein, Sigurd Rompza, Klaus Staudt)
1986 Galerie Voss, Dortmund
1987 Galerie im Atelier Friege, Remscheid
1991 Repères, Galerie Lahumière, Paris (mit Kunibert Fritz)
1992 Galerie St. Johann, Saarbrücken
1993 Studio 51 (FAAG), Frankfurt/M.
1993 Galerie Grosse Bleiche, Mainz
1994 Galerie Grewenik, Heidelberg
2000 Galerie Alf-Krister Job, Mainz (mit Bruno Erdmann)
2001 Galerie Ucher, Köln (mit Hartwig Kompa) Verein für aktuelle Kunst / Ruhrgebiet e.V., Oberhausen (mit Gabriele Schade-Hasenberg)
2001 Galerie Hoffmann, Friedberg

Group Exhibitions (selection)

Group Exhibitions (selection)

1968 Deutscher Kunstpreis der Jugend, 1968, Plastik, Kunsthalle Mannheim
1972 Norm und Form, Stadthaus Paderborn
1985 Von zwei Quadraten, Wilhelm-Hack Museum, Ludwigshafen
1988 Nulldimension 1, Galerie New Space, Fulda
1989 Konstruktive Strömungen, Gmunden
1989 Nulldimension 2, Architekturmuseum Wroclaw
1990 Konstruktive Strömungen, Ars Polona Galerie, Düsseldorf
1991 Redukta, Warschau
1992 10 Jahre Repères, Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen
1997 Papier - Stein, München, Galerie Gudrun Spielvogel
2000 In Memoriam Max H. Mahlmann, Galerie Hoffmann, Friedberg
2000 Experiment Farbe, Galerie Hoffmann, Friedberg
2001 Malerei, Grafik und Objekte aus Thüringen und Hessen, Kunsthaus Apolda

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

"Meine frühesten Arbeiten ertasten verschiedene Möglichkeiten der Skulptur, von Reihungen, 'Rhythmisch gegliedert', 1963, der 'Viertelkugel' 1964, der 'Unendlichen Schleife, ein Ellipsoid bildend', 1964 oder den 'Zylinderschnitten', 1965. Sie sind mir heute wieder sehr nah." Friedhelm Tschentscher

"Eine formal wie strukturell geschlossene Werkgruppe bilden die Kunststoffobjekte der Jahre 1966 bis 1975. Grundform ist die Kugel, die in Raumgittern eingegliedert wird. Die Kugeln bestehen aus weißem Acrylglas, gehalten von senkrechten und waagerechten Scheiben aus farblosem Material. Die Scheiben bestimmen die Schnittform der Kugeln, zusätzlich durchdringen die Kugeln einander und bilden dadurch weitere Schnittformen. Bei einzelnen Arbeiten der Gruppe werden die so erzeugten Kugelschnitte gegeneinander gespiegelt und räumlich frei angeordnet. Die entstandenen, komplexen Formen lassen Traggitter erahnen, ohne dass diese vorhanden sein müssen... Im Vordergrund des Interesses stehen Untersuchungen zur Systematik räumlicher Anordnungen von Würfeln und Kugeln gleichen Volumens. Schalen und Skelette ersetzen die Vollkörper; der Verzicht auf Kompaktheit soll die konstruktive Klarheit zum Ausdruck bringen. Das Ergebnis sind transparente Raumgitter und Säulen, deren schwebender Charakter sogar ein wenig spielerisch über die rational gewonnene Konstruktion hinausweist. Gleichzeitig experimentiert Tschentscher weiter mit Kugeln, Würfeln und rechteckigen Flächen, die er in variablen Objekten einander zuordnet". Ros Schadt

"Kugel und Würfel sind in Bezug auf die Wahrnehmung sehr unterschiedlich: die Kugel bietet dem Auge einen labilen Zustand, sie ist weich gewölbt, konturlos und vieldeutig im räumlichen Zusammenhang; die volle Wahrnehmung bedarf des Tastsinns. Der Würfel dagegen ist primär optisch erfahrbar, seine scharf begrenzten Flächen ergeben eindeutig fixierbare Lagebestimmungen und der feste Bezug zur Basis vermittelt das Gefühl des Statischen. Sind diese unterschiedlichen Elemente miteinander verbunden, entsteht der Eindruck gegenseitiger Durchdringung und wechselseitiger Funktionen: die Kugel wird durch den Würfel stabilisiert und hält ihrerseits diesen in einer bestimmten Lage. Die Kombination oder Verschmelzung erfolgt um die drei rechtwinklig zueinanderliegenden Kugeldurchmesser und manchmal zusätzlich in einem Winkel von 45' dazu. Die Kantenlänge entspricht dem Radius der Kugel, der damit zum Modul wird. Treten Quader auf, so sind sie das Ergebnis der Addition von Kuben." F. T.

"Seit 1986 entsteht eine Werkgruppe, zu der ich - wie schon bei meinen früheren Plastiken - einfache geometrische Grundkörper benutze. Einfach ist auch die räumliche Anordnung dieser Elemente, sie entspricht den Richtungen innerhalb eines bekannten Körpers: der horizontalen, der vertikalen, der flächendiagonalen, sowie der raumdiagonalen des Würfels. Wie bereits in meinen Kugel-Würfel-Durchdringungen, die seit 1978 entstanden, fungiert die Kantenlänge des Würfels als Maßeinheit. Jedoch wird jetzt nicht mehr die Kugel als Gelenk eingesetzt, sondern Zylinderteile bestimmen die Ausrichtung der rechteckigen Elemente. Die Zahl der Ansatzmöglichkeiten ist dabei stark reduziert, denn innerhalb des Zylinders steht im Gegensatz zur Kugel nur eine einzige Achs zur Verfügung. Weitere Achsenstellungen, die ich zur räumlichen Anordnung benötige, ergeben sich erst durch Verdrehen von Viertel- und Achtelausschnitten der Kreisscheibe. Auch hierbei sind di Möglichkeiten gering, da sich die gewollte lückenlose Verbindung nur bei Drehung der Teile um 90' oder 180' realisieren lässt. Mein Bestreben ist also, aus einer minimalen Anzahl von Elementen und dem Einsatz weniger Mittel rundplastische, d.h. allansichtige Formen zu entwickeln. Diese mir selbst auferlegte Beschwernis entspricht letztlich meiner Intention, der Beliebigkeit der Wahlmöglichkeiten eine Alternative entgegenzusetzen. Weil aber durch diese Methode auch die Zahl evidenter Ergebnisse minimiert wird, stelle ich zwei, manchmal drei Formen zu neuen Einheiten zusammen. So wird der Weg wieder frei zu weiteren, nicht vorhersehbaren Schritten; nicht vorhersehbar deshalb, weil ich nicht eine rationale Konzeption illustrieren, sondern aus ihr unwahrscheinliche Lösungen erhalten will. Die Auswahl geschieht intuitiv während de Entwurfsarbeit mit Bausteinen aus Gasbeton; denn Zeichnungen oder Computersimulationen würden mir die wichtige haptische Qualität nicht vermitteln. Auf diese Weise entstehen Konstellationen, die in zweifacher Hinsicht jeweils eine Einheit bilden: Immer sind die Teile formverwandt, wobei der eine die Abwandlung des anderen ist. Dazu kommt die reale gegenseitige Bedingtheit, weil erst durch Zusammenfügen die Instabilität eines, manchmal auch beider Einzelkörper aufgehoben wird. Das Interesse richtet sich somit nach innen, denn Raum ist für mich lediglich die konkrete Ausdehnung von Masse. Auch die vorhandenen Rundungen und knappen Ausladungen sollen keine übersinnliche Räumlichkeit imaginieren, sondern als imperative Elemente den Betrachter zum Herumgehen anregen. Meine Plastiken bilden also zur beliebigen Umgebung einen stabilen Kern, zu dessen örtlicher Festlegung wohl auch die massiven und schweren Materialien wie Granit und Stahl dienen". F. T.

»Seit Anfang der 90er Jahre entsteht die vorläufig letzte große Werkgruppe. ... Zylinder- und Kugelausschnitte werden mit Quadern verbunden oder von ihnen durchdrungen. Die so entstandenen Raumknoten werden an den Seiten derart radikal beschnitten, dass allein die Kernformen der Verbindung übrig bleiben. Die Schnitte können eben oder sphärisch sein. Je nach Lage erscheint das Volumen stabil oder labil. Immer aber sind die plastischen Resultate kompakte, von Kreissegmenten und geraden Kanten gleichermaßen bestimmte Körper.
Hier kehrt der Bildhauer zu seinen Ursprüngen zurück". R. S.

Bibliography

Bibliography

Friedhelm Tschentscher, Objekte und Plastiken 1964 - 1980
Friedhelm Tschentscher, Plastiken 1982 - 1992
Galerie St. Johann, Tschentscher, Skulpturen 1960 - 2000
Vorzugsausgabe, edition hoffmann, ISBN: 3-926026-15-4

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