Artist | Astrid Stricker (*1964)

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    • Astrid Stricker

      Ohne Titel1992
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Biography

Biography

1964 geb. in Eckernförde
1988 - 94 Studium an der Städelschule, Frankfurt am Main, bei Ulrich Rückriem, Franz West, Christa Näher und Georg Herold

Exhibitions

Exhibitions

1993 Zeichnungen, GOOP, Frankfurt am Main
1994 Gruppenausstellung Galerie Vera Vitagioia in Neapel
Pacman kommt, GOOP, Frankfurt am Main
1995 Gruppenausstellung "Himmel und Erde", Dominikanerkloster, Frankfurt am Main
Wir begegnen uns nicht zufällig, Christa Näher und Schüler am Lützowplatz, Berlin
1996 Szenenwechsel X, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

Ihre Zeichnungen sind figürlich, zeigen Frau oder Mann. Die Figuren sind häufig auf sich selbst bezogen, artikulieren Körpersprache über Körperlichkeit. Die Körpersprache ist in ihrer Bedeutung sowohl skulptural als auch intim zu verstehen. Beide Ebenen überlagern sich.

Frau mit gespreizten Beinen
Das großformatige Blatt Frau mit gespreizten Beinen (1995, 164 x 110 cm) zeigt eine aus ihrer sitzenden Position heraus sich leicht zurücklehnende Frau. Mit den Händen in den Kniekehlen spreizt sie die Schenkel. Ihr Gesicht ist von glatten, langen Haarstrichen gerahmt. Mit Graphit hat Astrid Stricker das Antlitz mit einem Hauch von Verschattung überzogen. Der Ausdruck des Gesichts ist schwer zu deuten: Weder abweisend, noch auffordernd. Der Ausdruck ist auch mit der Kopfhaltung verbunden, die sich aus dem etwas zurücklehnenden Oberkörper ergibt. Die Schattierung macht es auch nicht träumerisch, vielleicht eher beobachtend. Die Frau trägt einen Slip. Die Schamhaare rechts und links verweisen auf ein stark behaartes Geschlecht. Die Haare sind mit kräftigen Strichen stachelig und borstig gezeichnet. Antlitz und Geschlecht treten expressiv als Gegensatzpaare in Erscheinung: Ausdrucksformen ein und derselben Befindlichkeit.

Der Eingriff
Der Eingriff (1995) zeigt einen stehenden Mann, dessen ausgestreckter Arm tief in einen schwebenden, kauernden Körper eingedrungen ist. Der Körper ist angeschnitten. Man sieht nur die angezogenen Beine und das Gesäß. Das Gesicht des Mannes drückt Staunen aus. Handelt es sich um einen extremen sexuellen Akt oder um die skulpturale Auslotung einer Hebelwirkung? Auch wenn der in Umrißlinien gezeichnete Körper, in den der Arm eingedrungen ist, zu schweben scheint, stellt sich eben doch die Frage, wie weit der Arm eindringen muß, um den Körper tragen zu können.

ohne Titel
In ohne Titel (1995) sehen wir einen im unteren Blattfeld kleinformatig gezeichnete weibliche Figur. (Diese, die vorangehende wie alle folgenden Zeichnungen besitzen die Maße 29,5 x 21 cm.) Die Hand des rechten, angewinkelten Armes sitzt fest auf der Hüfte. Mit der linken hat sie ein Wattestäbchen in ihr Ohr eingeführt: Ein intimer Säuberungsvorgang, der hier manifest, gewissermaßen öffentlich, vor Augen geführt wird. Ich kann mir mit Lippenstift die Lippen nachziehen, mit der Puderquaste diskret über die Wangen fahren, mich im Extremfall unter vorgehaltener Hand und abgewandtem Gesicht mit einem Zahnstocher von Speiseresten befreien, jedoch sicherlich nicht mit einem Wattestäbchen coram publico die Ohren reinigen. Mit anderen Worten: Das Wattestäbchen, das zusätzlich noch ein kitzelndes, ja erotisches Gefühl verursacht, wird wie ein Dirigentenstab gehandhabt.
Und natürlich handelt es sich in dieser Zeichnung ebenso um einen „Eingriff" wie in der zuvor erwähnten Zeichnung, die auch den entsprechenden Titel trägt.

Frau mit Schwall
Frau mit Schwall (1995): Eine Frau kauert auf einem Berg mit Zahlen, als brüte sie ein Ziffernchaos aus. Es könnte ja auch sein, daß sie sich dieser Ziffern entleert hat. Im allgemeinen sind Zahlen männlich konnotiert. Sie stehen für das Rationale, im Gegensatz zum weiblich konnotierten Emotionalen. Astrid Stricker greift das Klischee auf und transformiert es, weil der Zahlenberg ein chaotisches Durcheinander und Übereinander darstellt. Die weibliche Figur ist übrigens auf Anhieb keineswegs als weiblich zu identifizieren. Die Zahlen sind so splitternd und klirrend gezeichnet wie die Schamhaare in „Frau mit gespreizten Beinen“ struppig, borstig und stachelig sind. Das Zahlenchaos steht im Gegensatz zu einer Zahlenabfolge, zu einer arithmetischen Reihe oder einer Prozession. Eine Lesart wäre: Zahlen und Welt müssen neu geordnet werden.

Mann mit Draht
Mann mit Draht (1995) zeigt einen breitbeinig stehenden Mann, der einen feinen Stab auf seinem leicht erigierten Glied balanciert. Er hält ihn zum einen zwischen Daumen- und Zeigefingerspitze, zum anderen eingeschoben in den an die Hand angeschlossenen Daumen. Der Kopf ist vom Rumpf getrennt, weil der Hals fehlt. Der Kopf schwebt. Er drückt eine Art Zufriedenheit, ja Genüßlichkeit aus. Der Akt des Balancierens hat grundsätzlich mit Harmonie zu tun, sowohl in der Skulptur wie in der Malerei, mit dem Gleichgewicht der Formen wie mit jenem der Farben. Hier nun könnte man interpretieren: Die Dynamik des männlichen Geschlechts in dessen spezifischer Form des phallischen Begehrens artikuliert männlich codiertes Gleichgewicht. Der selbstgenügsame, abgetrennte Kopf meint dann auch dessen phallische, in das Geschlecht verlagerte Bedeutung. Die Ökonomie des Begehrens - zwischen Maßlosigkeit und erzwungenem Gleichgewicht - leitet sich aus der Sexualität und deren Machtanspruch ab.

Frau mit Fäusten
Frau mit Fäusten (1996): Die Frau steht breitbeinig da, mit hohlem Kreuz und hochgereckten Armen, die in Fäuste münden. Sie ist nackt. Die Kopfhaare hängen in Strähnen herab, bis zum Boden, umhüllen sie, beschützen sie. Es sind keine fließenden, den sinnlichen Körper modellierende Haare. Es ist kein feuchtes, verführerisches Haargewand. Es sind die Haare einer Amazone, keineswegs undurchdringlich, keineswegs abweisend. Die Haare sind wie ein Schirm, wie ein Iglu, wie eine erdende Kraft, aus der die hochgereckten Arme stoßen: als selbstbewußte Vertikalität. - Wiederum deckt sich das Körpersprachliche mit dem Formsprachlichen, mit Grundprinzipien der Gestaltung, mit dem Gegensätzlichen des Komplementären.

Was Astrid Stricker tut, hat die dänische Dichterin Inger Christensen wie folgt beschrieben: „Keiner ist verpflichtet, Beiträge zu einer anderen Utopie zu leisten als derjenigen, die seine eigene ist.“ (Kleinheinrich 1993, S. 124, Nr. 16)

Text von Jean-Christophe Ammann
(Auszug - Der vollständige Text ist als Informationsblatt beim Museum erhältlich)
MMK - Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main

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15:   5 / 1 / 6 / 3
Venues by type
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Austria (1)
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Kraichtal (3)
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München (1)
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Neun Unterscheidungen zur Zeichung

Neuer Kunstverein Aschaffenburg G Oct 2004 - Nov 2004 Aschaffenburg (74) +0
Ursula Blickle Stiftung G Sep 2004 - Oct 2004 Kraichtal-Unteröwisheim (89) +0
Weiermair, Peter (Curator)       +0
Ursula Blickle Stiftung G Jun 2001 - Jul 2001 Kraichtal-Unteröwisheim (89) +0
Weiermair, Peter (Curator)       +0
Galerie Karl Pfefferle S May 2000 - May 2000 München (50) +0
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