Artist | Willy Ronis (1910 - 2009)

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    • Willy Ronis

      Venedig1959
    • Willy Ronis

      Nu1971
    • Willy Ronis

      Paris1957
    • Willy Ronis

      Le nu provençal1949
    • Willy Ronis

      La peniche aux enfants1959
    • Willy Ronis

      Rue Muller à Montmatre1934

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

Willy Ronis


About the work (deutsch)
in focus Galerie am Dom, Köln, zeigt vom 24. November bis zum 19. Januar 2001 "Willy Ronis - Ausgewählte Fotografien"
Retrospektive anlässlich Willy Ronis 90. Geburtstag

Willy Ronis ist Mitglied des berühmten Triumvirats französischer Fotografen, neben Henri Cartier-Bresson und Robert Doisneau, die eine besondere Art des Fotografierens einführten. Zusammen fanden sie eine zwanglose, oft humorvolle, manchmal ironische Art Bilder zu machen, die gekennzeichnet sind durch ein kongeniales Zusammenwirken von uneingeschränkter Sympathie gegenüber dem Menschen und einem dokumentarischen Interesse.

Nach dem zweiten Weltkrieg, als Cartier-Bresson für die Magnum Agentur durch die Welt reiste, haben Doisneau und Ronis, die beide für die Rapho Agentur arbeiteten, sich darauf konzentriert, den Aufbau und die Entwicklung Frankreichs zu fotografieren.
In Ronis frühesten Fotografien sieht man Menschen, die auf dem Land oder in der Fabrik arbeiten. Seine Sympathie zu den Arbeitern blieb immer als ausschlaggebendes Element in seinen Werken bestehen.
Nach dem Krieg hat sich Ronis Ansicht über die Gesellschaft verändert. In seinen Bildern wird das Individuum aus der Menschenmenge hervorgehoben, die eingefangenen Stimmungen sind vielschichtiger und bunter.
Einige seiner Bilder wurden zeitgenössische lkonen - entgegen seiner eigentlichen Intention zum Beispiel das "Nu provencal", das seine Frau zeigt, als sie sich in ihrem Sommerferienhaus ihr Gesicht über einem alten Waschtisch wäscht. Doch die Zeitlosigkeit, die angedeutete Erotik des Bildes und die greifbare, klare Darstellung der Atmosphäre, des Duftes und des Lichtes wie an einem warmen Nachmittag, machen dieses Werk zu seinem Meistveröffentlichten. Ein Interesse an der Aktfotografie zieht sich wie ein roter Faden durch seine Werke.

Bei genauerer Betrachtung vieler Fotografien von Willy Ronis erkennt man, dass sie durch ihre scheinbar fehlende Perfektion und ihrem prägnanten Humor lebhaft werden, zum Beispiel erscheint auf einem Foto ein Kinderwagen als störendes Element. Dieser Kinderwagen steht neben einem Seemann, der seine Freundin gerade vor einem Schiff umarmt. Was sonst als Verwirrung und unpassend empfunden wird, erzeugt hier eine unvergleichliche Stimmung.

Genau wie Doisneau arbeitete Ronis regelmäßig für die linke Presse, die über Streiks und Katastrophen berichtete. Er war immer darauf bedacht, dass seine Fotografien mehr als nur eine allgemeine Analyse der Ungerechtigkeit des Kapitalismus verstanden 'werden konnten. Als er in der Photoagentur arbeitete, merkte er bald, dass er die Kontrolle darüber verlor, wie seine Fotografien dargestellt und unter welchem Titel sie veröffentlicht wurden. So verließ er die Agentur Rapho 1955, weil die Fotos nicht in seinem Sinne genutzt wurden. Seine prinzipielle Verweigerung solche Kompromisse einzugehen, wirkte sich auf seinen Lebensunterhalt aus; Aufträge kamen nur noch selten. Wie schon im Krieg zog Ronis wieder in den Süden und hielt sich als Lehrer über Wasser, da die Aufträge weiter nachließen. Allerdings setzte er seine Arbeit für sich selbst weiterhin fort. 1970 ging er zurück zu Rapho und ab der Mitte des Jahrzehntes begann eine neue Generation die Wichtigkeit seiner Werke sowohl im historischen als auch im gegenwärtigen Kontext zu erkennen. Ronis warmes, skeptisches Auge spricht viele Menschen an. Einen Platz in der Geschichte der Fotografie ist ihm inzwischen sicher.



Eine Hymne an das Leben

In Frankreich sind derzeit 21 Bücher von Willy Ronis auf dem Markt, in Deutschland existiert kein einziges, in dem Leben und Werk von Willy Ronis präsentiert würde. 1910 in Paris geboren, zählt Ronis zu den Klassikern der Fotografie. Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens zeigt Burkhard Arnold in seiner Galerie in focus jetzt eine exzellent zusammengestellte Retrospektive des Werks von Willy Ronis.

Ikonen der Fotografie-Geschichte sind hier noch einmal zu sehen und zu Preisen ab 3000 DM zu erwerben. Etwa die Liebenden auf dem Balkon der Bastille, denen Paris dampfend zu Füßen liegt. Aber es gibt auch den "Petit parisien", einen Jungen, der mit einem Baguette unterm Arm eilig nach Hause rennt, oder die elegante "Pfützenspringerin" an der Place Vendôme. Diese Retrospektive zeigt noch einmal, wie zahlreich die ästhetischen Linien sind, die sich im Werk von Ronis treffen. Neben dem Instinkt für den sprechenden Moment, wie ihn Cartier-Bresson besaß, oder Doisneaus liebevollem Blick für den Zusammenhalt der kleinen Leute gibt es Assoziationen aus den Werken solch unterschiedlicher Künstler wie Seidenstücker oder Giacometti.

Die Akte von Ronis haben ihren Einfluss auf Sieff ebenso wie auf Clergue ausgeübt. Unprätentiöse Grazie fängt der Franzose 1949 in seinem legendären Akt "Le nu provençal" ein, in dessen feinen Grauwerten sich die lebensspendende Kraft des Lichts offenbart.

Obwohl uns die Unterschiede zwischen der Materie des steinernen Fußbodens, der Porzellankanne oder des eisernen Waschgeschirrs sehr wohl bewusst sind, werden sie alle von der Flut des Lichts gleichermaßen zärtlich umspült. Die samtige Haut der Badenden vereinigt sich mit allen anderen Oberflächen, so dass Ronis' gesamte Bildkonzeption zu einer einzigen Hymne an das Leben wird.

Solche Sujets finden sich in seinem Werk in vielfältigen Spielformen. Auf der Suche nach dem Glück wird er an den Ufern der Marne, wo die Sonntagsangler mit ihren Frauen die Zeit vergessen, ebenso fündig wie in den Trattorien Venedigs, an deren Tischen die Männer mit südländischer Gelassenheit den Tag verstreichen lassen.

Die Familien, die Kinder oder die tanzenden jungen Leute entdeckt Ronis in einer Welt, die nicht den idyllischen Zuschnitt jenes Paris besitzt wie es Robert Doisneau mit seiner Kamera beschwor. Wenn das Glück auch nicht von Dauer sein mag, so gibt es doch kleine Explosionen der Freude, die Ronis 1946 etwa geistesgegenwärtig im Lachen zweier Pommes-Frites-Verkäuferinnen festhält, die auf der Rue Rambuteau mit ihren Kunden scherzen. Ronis' Fotografien besitzen oftmals diese Offenheit gegenüber dem Fluss der Zeit, der sich zu den Bildrändern hin ausdehnt.

Viele Jahre arbeitete Ronis für Illustrierte und Magazine, dabei hat er die Welt kennen gelernt, ohne seine Liebe zu ihr zu verlieren. Seine große Zeit waren jedoch die Fünfziger, ähnlich wie Cartier-Bresson und Robert Doisneau mochte Ronis dem Epochenbruch, der mit der großangelegten Technisierung und Kommerzialisierung des Alltagslebens einsetzte, nicht mehr folgen. In einem einzigen Foto ließ sich für ihn, wie für seine Kollegen der klassischen Fotografie, die komplette Welt greifen. Gelingen will ihm diese humanistische Geste noch vereinzelt in Landschaftsaufnahmen oder Akten, die das Wesentliche mit bewunderndem Blick ins Auge fassen.

Text von Thomas Linden - 09.12.200

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