Artist | Gottfried Jäger (*1937)

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Artist Portfolio Catalog Overview\ 6

    • Gottfried Jäger

      Ohne Titel - Fotopapierarbeit IV1988
    • Gottfried Jäger

      Ohne Titel - Fotopapierarbeit II1988
    • Gottfried Jäger

      Gradation - Fotopapierarbeit XXI, 1-61983
    • Gottfried Jäger

      Osterei (1) - Fotopapierarbeit X, 1-21984
    • Gottfried Jäger

      Fotoecken - Fotopapierarbeit , 1-41988
    • Gottfried Jäger

      Lochblendenstruktur 3.8.14 A, Camera obscura-Arbeit1967

Biography

Biography

Geboren 1937 in Burg bei Magdeburg.

Fotografische Lehre und Berufspraxis in Bielefeld
Studium Fotoingenieurwesen in Köln
Seit 1960 Dozent für Fototechnik, seit 1973 Professor für Künstlerische Grundlagen der Fotografie und Fotomedia an der Fachhochschule Bielefeld
1984 Sprecher des Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkts Fotografie und Medien an der FH Bielefeld
1993 Prorektor für Forschungs- und Entwicklungsaufgaben an der FH Bielefeld


1962 Experimentalfotografie
1965 Serielle Fotografie, Bildreihentechnik
1967 Camera obscura-Arbeiten: "Lochblendenstrukturen"
1968 Generative Fotografie. Ausstellung mit Einführung des Begriffs für eine Fotografie auf systematisch-konstruktiver Grundlage
1970 Apparative Kunst. Rechengrafik
1980 Farbzyklen, Farbspektren
1983 Fotomaterialarbeiten: Objekte, Assemblagen, Installationen
1994 Generative Computerarbeiten

Exhibitions

Exhibitions

Arbeiten in internationalen Ausstellungen und Sammlungen.

Awards

Awards

1992 George-Eastman-Medaille
1996 David-Octavius-Hill-Medaille

Bibliography (selection)

Bibliography (selection)

Franke, H. W., Jäger, G., Apparative Kunst. Vom Kaleidoskop zum Computer. Köln, 1973
Jäger, G., Holzhäuser, K. M., Generative Fotografie. Theoretische Grundlegung, Kompendium und Beispiele einer fotografischen Bildgestaltung. Ravensburg, 1975
Jäger, G., Bildgebende Fotografie. Ursprünge, Konzepte und Spezifika einer Kunstform. Köln, 1988
Gottfried Jäger, zwischen, durch. Fotopapierarbeiten 1983 - 1988. Fotoforum Bremen, 1988
GottfriedJäger, Fotoplastische Objekte. Marburger Kunstverein. Text G. Glüher, 1989
Hülsewig-Johnen, J., Jäger, G., Schmoll gen. Eisenwerth, J. A., Das Foto als autonomes Bild. Experimentelle Gestaltung 1839 - 1989; Stuttgart, 1989
Jäger, G., Fotoästhetik. Zur Theorie der Fotografie. Texte aus den Jahren 1965 bis 1990, München, 1991
Jäger, G., Licht Bild Raum. Fotogene Projekte 1980 - 1990, Paderborn/Stuttgart, 1992; Texte von V. Flusser und G. Glüher, 1992
Jäger, G., Schnittstelle. Generative Arbeiten, Bielefeld, 1994
Hülsewig-Johnen, J., Jäger, G., Laszl Moholy-Nagy: Idee und Wirkung. Anklänge an sein Werk in der zeitgenössischen Kunst. Kunsthalle Bielefeld, 1995
Jäger, G., Indizes. Generative Arbeiten 1967 - 1996. Drei Projekte. Hg. Und Text von C. G. Philipp, Bielefeld, 1996

About the work

About the work

Fotoplastische Arbeiten
Metamorphosen: Würde man die in dieser Ausstellung gezeigten Arbeiten Gottfried Jägers als Fotografien bezeichnen, träfe man in zweifacher Hinsicht nicht das Hauptanliegen der Bilder. Erstens sind diese Arbeiten keine Bilder im klassischen Sinne, obwohl sie sehr wohl etwas abbilden. Zweitens arbeitet der Raum als determinierendes Faktum bei ihrer Entstehung und Erscheinung so bestimmend mit, daß man sie auch als Plastiken bezeichnen könnte. Raum existiert sowohl in ihnen, als auch um sie herum: als tatsächlicher und als fiktiver Raum der optischen Projektion. Diese Objekte setzen einen Betrachter voraus, der bereit ist, die fotografische Realität nicht nur als zweidimensionales Abbild von etwas anderem zu akzeptieren. Treten wir mit diesem Verständnis vor Jägers Arbeiten, zwingen sie uns, in die unmittelbare Nahsicht, quasi hinter das Papier zu schauen, um die sich stellenden Fragen zu lösen: Was heißt „Bild“?, was ist „authentisch"?, wo endet die Realität und wo beginnt die Fiktion?

Betrachten wir am Beispiel der Fotoarbeit XIV 1983, Quadrat, wie sich die Ebenen der Bedeutung vom Bild auf das „Objekt Bild“ verschieben. Ein Blatt Fotopapier wird belichtet, so daß ein schwarzes Quadrat auf weißem Grund entsteht (Assoziationen an Malewitsch drängen sich auf). Ein einfacher, banaler Vorgang, obwohl hierin schon die ganze Philosophie dieser Bilder verborgen ist. Betrachten wir dies genauer und verfolgen den Prozeß dessen, was man die Metamorphose eines Fotopapieres nennen könnte. Das schwarze Quadrat würde als Bild genügen, wenn nicht das Blatt Papier - der Lichtträger - dann als Objekt weiterbearbeitet werden würde. - Das schwarze Quadrat, durch Licht geschaffen, wird nun gnadenlos der Realität seines Ursprungs entrissen: herausgeschnitten, uferlos und ohne Kontext treibend. Es erhält mit diesem Vorgang seine eigentliche Bedeutung zurück: es ist nichts anderes als eben ein belichtetes quadratisches Fotopapier. In diesem Zustand verweist es lediglich auf sich selbst und auf die Minimalinformation der vollständigen Belichtung. Im konventionellen Gebrauch würde dieses Papier in den Papierkorb wandern, denn es zeigt ja nichts, es wurde unsachgemäß behandelt.

Botschaften des Fotos beziehen sich, wenn sie „fehlerfrei“ übermittelt werden, meistens auf eine Quelle außerhalb ihrer selbst. Fein abgestufte Grauwerte symbolisieren Objekte der Weit. Qua Verabredung oder Augenschein können sie alles bedeuten, leider unter Preisgabe ihrer eigenen Identität. Große Anstrengungen sind nötig, um das Material als pure Substanz mit der Fähigkeit des Eingenausdrucks, der Eigengesetzlichkeit zum Sprechen zu bringen. Die Welt der Fotografie, ebenso wie ihre Philosophie, ist begründet auf die schmale Reihe der Grauwerte zwischen dem reinen Weiß des Papiers und dem tiefen Schwarz des belichteten Silbers. Als letzten Gruß an sie verbleibt - in Form der Persiflage - die hier ebenfalls gezeigte Arbeit XXI 1983, Gradation.

Auf der dritten Stufe verwandelt sich durch den Einsatz des Fotoapparates das schwarze Stück Fotopapier wieder zum Bild ... ein neues Bild eines Bildes, oder die Reproduktion seiner selbst? Eine Verringerung, schärfer noch, eine Verarmung fand dadurch statt. Das fotografierte Papier ist jetzt nichts mehr, als eben die wesenlose, kalte und flache Projektion, sehr fern von uns und versiegelt hinter der Spiegelfläche der fotografischen Schicht. Was geschah?

Nennen wir das, was Jäger leistet, die Befreiung des fotografischen Bildträgers vom Zwang, Medium oder Vermittler ihm originär nicht inhärenter Funktionen zu sein. Die Tatsache, daß man mit der Fotografie perfekte Illusionen herstellen kann (im Grunde genommen ist jedes Foto eine Illusion, so auch ebg. Reproduktion), wird problematisiert, doch auch hinterfragt und auf die Abbildung als Idee konzentriert. Jäger führt mit diesen Arbeiten deutlich vor, daß das passivste Material des fotografischen Prozesses, das Fotopapier, erst dann seine eigene Glaubwürdigkeit erlangen kann, wenn ihm der Fotograf oder der Künstler die Chance gibt, sich vom Zwang der Medialität zu befreien. Ein Stück Fotopapier wird mittels Belichtung zum Foto, zum Bild aus Licht.

Plastizität und Räumlichkeit: Bei Jäger bleibt Fotopapier genauso ein flaches, zweidimensionales, empfindliches, glattes Material, das man genauso behandeln kann, wie unsensibilisiertes Schreibpapier. Jäger knickt es, reißt es, schneidet es, legt es neben- und übereinander, klebt es zusammen, pinnt es an die Wand usw. Nur eines tut er nicht, was man sonst gewöhnlich mit Papieren tut: bemalen, beschreiben, bezeichnen. Dieser Part der künstlerischen Aktion bleibt dem Licht vorbehalten. Der Fotograf gestaltet quasi Papierskulpturen mit minimalen Eingriffen in die Eigenschaften des Materials und läßt anschließend das Licht eine zweite Informationsebene darüberlegen. So entstehen zwar genau vorhersehbare Ergebnisse der Setzung von Hell und Dunkel, doch die täuschende Wirkung geht von der Nichterkennbarkeit realer bzw. virtueller Tiefen und Volumina aus. Noch verwirrender ist die Situation, wenn das „Objekt“ gar keines ist, sondern sich in die Illusion der fotografischen Reproduktion auflöst.
Halten wir noch einmal fest, daß das Fotopapier von der Aufgabe befreit ist, etwas darstellen zu müssen, etwas abbilden zu müssen, außer sich selbst und das ungebrochene Licht. Die sich daraus ergebende Chance, Fotopapier als plastisch formbares Material zu verwenden, nutzt Jäger, um den Schatten auf die Spur zu kommen. Die eigentlichen „Gegenstände“ der jägerschen Fotoplastiken sind die Schatten der Fotopapiere. Sie treten in drei Erscheinungsformen auf:
1. als reale Kernschatten unter den plastisch aufgewölbten Blättern - tatsächliche, variable Schatten,
2. als „negative“ Schatten einer vorher stattgefundenen Belichtung, dann sind es Fotogramme, 3. als fotografierte Schatten einer Fotoplastik - wir sehen die fotografischen Täuschungen der Schatten.
Man stellt sich die Frage, ob das Ding, was wir sehen, ein reales Papierobjekt (ein Fotopapier), eine Reproduktion eines solchen, oder eine Kombination aus beiden ist. Ist die erste Frage beantwortet - falls sie zu beantworten ist - drängt sich die zweite nach dem Entstehungsprozeß auf. Wir werden konfrontiert mit den Gegebenheiten der räumlichen Schichtung und dem Faktor Zeit. Beides sind elementare Anliegen der Fotografie, doch Jäger umgeht die fruchtlosen Diskussionen und macht uns das Angebot, ohne Umweg auf das Material selbst vorzustoßen. Vielleicht ist damit eine Alternative zur scheinbar ausweglosen Vision Vilém Flussers angeboten, aus der totalen fotografischen Informationsstrategie unserer Gesellschaft zu entfliehen?

Text von Gerhard Glüher


Lochblendenstrukturen
Die Werkgruppe Lochblendenstrukturen entstand in den Jahren 1967 - 1973 als Beitrag zu einer bildgebenden Fotografie auf systematisch-konstruktiver Grundlage. Sie umfaßt 154 Bilder in unterschiedlichen Formaten von 24 x 24 bis 100 x 100 cm. 46 Bilder sind Farbarbeiten. 14 Arbeiten sind Unikate, alle anderen sind Negativ-Positiv-Arbeiten (Prints).

Die Lochblendenstrukturen wurden zuerst im Rahmen der Ausstellung Generative Fotografie im Kunsthaus Bielefeld vom 21.1. bis 18.2.1968 gezeigt. Die Ausstellung vereinigte daneben Arbeiten von Kilian Breier, Pierre Cordier und Hein Gravenhorst.

Die in dieser Mappe enthaltene Arbeit 3.8.14 F 4.1 wurde zuerst im Rahmen des Aufsatzes Gottfried Jäger, Generative Fotografie, in Foto Prisma, Düsseldorf, Nr. 10, 1996, S. 458-460, publiziert; repliziert in: Wolfgang Kemp, Theorie der Fotografie III. 1945-1980, München, 1983, S. 154-158.

Die Mappe wurde anläßlich der Ausstellung Konstruktive Fotoarbeiten: Gottfried Jäger und René Mächler in der Galerie am Dom in focus, Köln, 8.11.-22.12.1996, in einer Auflage von 5 Exemplaren incl. 1 Artist Print aufgelegt und als Galerie-Edition exklusiv herausgegeben.

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Karl Martin Holzhäuser (13)- 21
Kilian Breier (9)- 27
Floris Michael Neusüss (8)- 53
Pierre Cordier (7)- 21
Hein Gravenhorst (7)- 7
Exhibitions by type
31:   9 / 8 / 12 / 2
Venues by type
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