Artist | Ewerdt Hilgemann (*1938)

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    • Ewerdt Hilgemann

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Biography

Biography

1938 geboren in witten, deutschland
1958 - 1959 studium an der universität münster
1959 - 1960 werkkunstschule und universität des saarlandes, saarbrücken
1953 künstlersiedlung asterstein, koblenz
1964 - 1967 stipendia und preise der: aldegrever gesellschaft, münster / fritz berg stiftung, hagen / stadt gelsenkirchen
1967 - 1970 wohnhaft in gelsenkirchen, unter anderen künstlersiedlung halfmannshof
1970- 1984 wohnhaft in gorinchem, unter anderen kunstcentrum badhuis
1975-1984 atelier und aufenthalt in carrara / italien
1977-1998 dozent an der academie van beeldende kunsten, rotterdam
1981 -1982 rundreise durch europa
1984 umzug nach amsterdam

Work by Category

Work by Category

1959 gezeichnete strukturen
1960 materialisierte strukturen, materialbilder
1961 erste reliefstrukturen mit rundstabelementen, objekt
1967 reliefstrukturen mit systematischen serien
1968 raumstrukturen mit rohren, angewandte arbeiten
1970 erste reliefstrukturen mit quadradrastern in serien
1971 kubuskonstruktionen, positiv-negativ
1972 strukturraster, hoiz
1974 drei gleiche volumen, kalksandstein
1975 erste marmor- und granitarbeiten
1980 random sculptures, fotoserie
1981 erste skulpturen mit findlingen auf geometrischer basis
1982 rolling cube, marmor
1983 exploded sphere und exploded cube, marmor
1983 erste stahlarbeiten, falling cube und pressed cube
1984 imploded cube und andere implodierte
1984 stahlarbeiten auf geometrischer basis
1990 erste implodierte skulpturen in edelstahl und keramik
1993 erste implodierte wandskulpturen
1999 erste papierarbeiten

Important Solo Exhibitions (selection)

Important Solo Exhibitions (selection)

1965 städtischer kunstpavillon soest
1966 galerie walenkamp, leiden (mit dibbets)
1967 galerie swart, amsterdam (mit dekkers)
1968 galerie loehr, frankfurt/m (mit reindel)
1968 galerie swart, amsterdam (mit reusch)
1968 märkisches museum, witten
1969 galerie m, bochum (mit böhm)
1970 galerie daedalus, berlin
1971 galerie 't venster, rotterdam
1972 städtisches museum, schiedam
1972 galerie milano, mailand
1974 galerie media neuchâtel
1974 galerie lucy milton, london
1975 galerie lydia megert, Bern
1976 galerie volle maan, delft
1978 galerie pawilon, krakau
1981 kunstcentrum badhuis, gorinchem
1985 galerie 1881, diepenheim
1985 galerie artline, den haag
1990 museum cheim
1990 art affairs, amsterdam
1990 galerie sculptor, helsinki
1991 art affairs, amsterdam
1991 labyrint gallery, lublin
1992 galerie artline, den haag
1992 galerie paul sties, frankfurt
1993 art affairs, amsterdam
1995 museum für konkrete kunst, ingolstadt
1996 art affairs, amsterdam
1996 museum waterland, purmerend
1996 städtisches museum gelsenkirchen
1997 galleria vismara, mailand
1997 galerie artline, amsterdam
1999 köln skulptur, art cologne, köln
2000 galerie aphold, basel
2000 galerie hoffmann, friedberg

About the work (deutsch)

About the work (deutsch)

Galerie & Edition Hoffmann, D-61169 Friedberg (Germany)
eröffnung am samstag 26.8. 14 uhr- 20 uhr und sonntag, dem 27.8. 14 - 20 uhr.
ewerdt hilgemann kommt.
implosion des würfels am samstag, ab 17 uhr am wehr der görbelheimer mühle.

nur mit zögern hat ewerdt hilgemann zugestimmt seine alten arbeiten, wichtige teile seiner werksentwicklung: reliefstrukturen von 1961; kubuskonstruktionen, positiv-negativ von 1971; strukturraster von 1972; kubusstrukturen von 1979 unter anderen bei uns zu zeigen und auch zum verkauf freizugeben. dank der freundschaft zwischen ihm und dem fotografen wolfgang lukowski sind wichtige werksphasen von den "rolling stones", wie dem "rolling cube" von 1982, der "exploded sphere" von 1983 bis zur reihe früherer implosionen von würfeln, pyramiden und säulen dokumentiert und als große fotowand bei uns ausgestellt.

er wollte diese rückschau, diesen vergleich nicht, .... das hat doch zeit bis nach meinem tod.... er ist der tatkräftige optimist, der nach immer neuem sucht und dich als betrachter daran teilhaben läßt.

die vorstellung, seinen riesigen, polierten, hohlen, perfekten würfei auf einem offenen wagen von holland über alle autobahnen und wege bis zur görbelheimer mühle zu fahren, die erstaunten blicke der anderen autofahrer zu spüren und zu verstehen zu geben: na, was wollt ihr eigentlich, das mache ich spielend, ich fahre immer perfekte geometrien durch die gegend, den würfel dann bis zu unserem fluß zu tragen, ihn hoch über dem wehr auf einem stahlgerüst aufzubocken, das wasser des flußes oben in den würfel zu leiten, prallvoll und dann, - zur stunde x - , unten, unterhalb des wehres den propfen des ablaufschlauches zu ziehen, nach außen laut und sicher zu spekulieren, sich selbst dabei zu überzeugen, trotzdem innerlich gespannt und unsicher und zur heiligen statik betend, daß zumindest der riesige turm nicht zusammenkrache, der den 8 tonnen schweren würfel trägt, und noch intensiver zur physik zu beten doch bitte gegen allen augenschein, der eher explosion erwartet, den würfel schon nach außen platzen sieht, dabei wassermassen aus allen lecks nach außen spritzend, usw.- gegen allen augenschein das gegenteil eintreten zu lassen, den starkwandigen würfel weich nachgeben zu lassen, ihn nach innen sich zusammenziehen zu lassen, (die fallende wassersäule von 8 m läßt den würfel in sich zusammenknicken hat der statiker gesagt) - eben zu hoffen, daß sie klappt, die implosion durch entzug des wassers und wie sie anders sein würde, anders sein müßte, wenn durch das vacuum oben im würfel schon der unterdruck entsteht, während unten die nähte durch die 7,5 tonnen wasser noch nach außen gedrückt werden und so nur langsam dem sog des vacuums nachgeben würden diese vorstellung erregt! das wird ein ereignis im sinne von ewerdt hilgemann und wir feiern mit ihm!

uns interessiert der rote faden der sich durch das werk zieht, ob auch schon in den strengen reihungen oder positiv-negativ skulpturen die geometrie in bewegung ist und wie ewerdt hilgemann die von ihm erstrebte befreiung aus dem geometrischen system gelingt, - zunächst, indem er die geschichte vom frevIer sisyphus, der einen vom gipfel immer wieder zurückrollenden felsblock qualvoll immer wieder auf den berg hinaufrollen muß, frech ins gegenteil wendet, wenn er den perfekten, wochenlang polierten würfel in carrara einen geröllhang hinunterstößt und mit den resten strahlend in der kunstwelt steht, - hin zum klugen schritt, sich von den vollkörpern zu lösen, deren innerer halt in solcher aktion zerspringt und somit nur fragmente übrig bleiben, - hin zum umgang mit geometrischen hohlkörpern, die die handlung ihrer entstehung in sich tragen, als hohlkörper mit kanten, mit nähten und die dann, - im zweiten schritt - , ih~e veränderung, ihre spezifische verformung durch eine implosion an den gewalzten flächen und an den nähten dokumentieren. aus diesem prozeß entsteht ein unbekannter, schöner, neuer körper.

wir freuen uns auf die ausstellung, auf die große implosion, am samstag, dem 26.8.2000 ab 17 uhr, auf ewerdt hilgemann, auf alle statiker, physiker und ingenieure und auf Sie in festen schuhen!

adelheid hoffmann und hans-jürgen "slu"sallek



Transformationen in Raum und Zeit - die Implosionen
1988 hat Willy Rotzler die zweite Auflage seines Standard-Werkes "Konstruktive Konzepte" publiziert und darin auf das bisherige Werk von Hilgemann gemäss seiner Bedeutung im Kreis der holländischen Strukturisten - Hilgemann lebt seit 1970 in den Niederlanden - ausführlich hingewiesen. Er führt an, dass der Künstler seit 1961 sich intensiv mit systematischen Reliefstrukturen beschäftigte und dass er dann zu Werkreihen überging, die ein bestimmtes Strukturprinzip in jener Vollständigkeit darstellen, die durch das gewählte bildnerische Material gegeben sei. Hilgemann nannte solche Reihen "systematische Strukturen", er sagte: "Meine Arbeitsmethode ist systematisch-konstruktiv". Im gleichen Zitat heisst es aber auch: "Für mich ist wirkliche Kunst, alte wie neue, immer eine Kombination von Geist und Gefühl. Kunst muss eine irrationale Qualität haben, wie rational auch die Methoden sein mögen, um sie hervorzubringen."

Es ist vorteilhaft, sich dieser Ausgangsposition zu erinnern, wenn man den Werkreihen begegnet, die Hilgemann seit 17 Jahren hervorbringt. Kennt man den Ablauf dieses Hervorbringens, insbesondere die Gegebenheiten und Methoden nicht und steht unvermittelt vor den kleineren und grösseren bis monumentalen Plastiken, könnte man über die Kräfte rätseln, die solch stählerne Gebilde, offensichtlich durch ein Knautschverfahren zustande brachten. Es handelt sich jedoch nicht um ein Zusammendrücken, sondern um ein Einsacken, wenn die Luft im Innern gewaltsam entzogen wird. Das Wissen um diesen Vorgang verändert die Bewertung der "irrationalen Qualität".

Ein Künstler, der mit einer "systematisch-konstruktiven" Arbeitsmethode begann, musste radikal brechen mit Weltsicht und Weltgefühl, um der Logik konstruktiven Gestaltens abzusagen. Er musste zu neuen Einsichten gekommen sein. Dies war in Hilgemann ebenso vorbereitet, in der "Kombination von Geist und Gefühl". Folgerichtig ist auch seine Erkenntnis, dass ein Schaffen zugelassen werden muss, das nicht allein die Planung und ihre Kalkulation bis zum eindimensionalen Vollzug vor sieht, sondern die Einwirkung von elementaren Kräften - von Natur - miteinbezieht. Er kann Werkgruppen in seiner Entwicklung vorzeigen, die auf diese und jene Weise starke Kräfte walten lassen, die zerstörten, was sonst abgeschlossene konkrete Form besessen hätte.

Mit der aktuellen Werkgruppe der Implosionen wird ein ganzer Komplex im Bereich Metamorphose - Transformation angesprochen. Es beginnt damit, dass der konstruktive Künstler Hilgemann mit einer Basisform der Konstruktiven Kunst - dem Kubus oder einem Mehrfachen des Kubus, der Pyramide - zu Veränderungen ansetzt. Statt auf solche Körper von aussen einzuwirken, lässt er einwirken -eben durch Entnahme der Binnenluft, ein ganz alltäglich technischer Vorgang. Dabei verändert sich Raum durch Zeit, wird zeitlich "abgebildet", und Zeit wird "abgebildet" durch räumliche Veränderung. Hilgemann kennt die Wirkung und ihre Abbildung, ihre Reaktion im Hohlkörper, das heisst, er weiss wo der Körper zuerst einknickt und wo er den Spannungsverhältnissen entsprechend dann weiterhin einknicken wird. Anzunehmen aber ist, dass sich die Orte genauer Reaktion nicht bis zum letzten Stellenwert berechnen und voraussagen lassen. Auf alle Fälle sind die entstehenden Gebilde unterschiedlich in sich, an sich und unter sich. Und dies zur Verwunderung des End-Beobachters wie natürlich fast noch mehr des Beobachters der Szene, die sich bietet, vom Ausgangskörper bis zum fertig entsaugten Körper. Es ist das Erlebnis von Ursache und Wirkung, diesmal jedoch nicht in der planimetrisch berechenbaren Form eines Bildes, einer Struktur. Das waltende Prinzip ist nur zu beobachten, es geschieht.

Gewaltig geradezu ist der Bedeutungswechsel der Formen. Aus dem relativ einfach zu beschreibenden Kubus - Hilgemann unternimmt aber auch Implosionen an anderen Körpern - formiert sich ein Körper, der nicht nur dynamisch entstanden ist, sondern der auch dieser Dynamik im erstarrten Endprodukt ganz ungewöhnlich gleicht. Oder es lässt sich von einer Transformation, von einer projektiv-geometrischen, logischen Form zu einer symbolischen Form sprechen. So oder so: die Einwirkung schafft neue Formen, die nur auf diese, ihnen gleiche Weise entstehen können. Oder: eine bestehende Form wird einem natürlichen Experiment ausgesetzt, ganz einfach. Jetzt arbeitet Hilgemann an der Differenzierung innerhalb der Implosion: war es bisher die Luft, die dem Hohlraum entzogen wurde, wird es im Experiment der Görbelheimer Mühle ein mit Wasser gefüllter Kubus sein, der, die Höhe des Wehres nutzend, langsam auslaufen und somit ganz anders implodieren wird. Hilgemann ist mit seinem Gesinnungswechsel, der sich gleichsam im Entstehungsprozess vom Kubus zur neuen Übergangsform symbolisiert, in faszinierender Weise gelungen, was etlichen seiner Kollegen "nur" in mühsamer Kleinmeisterei ebenfalls gelingt, die weit weniger Beachtung findet. Eine implodierte Säule jedoch ist ein Phänomen. Die Konstruktive Kunst, zu welcher trotz "Irrationalismus" auch die Kunst von Hilgemann zu zählen ist, hat mit den Implosionen einen Zusatz an Raumvarianten erfahren, wie sie auf andere Weise eben kaum zu erwarten gewesen wären. Hilgemann hat sich selbst bestätigt: "Kunst muss eine irrationale Qualität haben, wie rational auch die Methoden sein mögen, um sie hervorzubringen."

Eugen Gomringer

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