Museum | NORDICO Stadtmuseum Linz

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Moderne französische Tapisserien

 

Moderne französische Tapisserien

26. Juni - 27. September 1981, Stadtmuseum Linz - Nordico

Vorwort

Das Nordico beteiligt sich an der 'Textilkunst Linz 81' mit einer Ausstellung moderner französischer Gobelins. Von Frankreich aus hat schon in der Zwischenkriegszeit die Teppichwebkunst neue Anregungen erfahren, ja mit Jean Lurçat kann Frankreich den Wiederbeleber dieser alten Kunstrichtung vorstellen. In der Ausstellung sind Werke nach Entwürfen von 16 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern vertreten, die einen Einblick in das französische Schaffen der letzten Jahrzehnte geben. Daß von den 32 Künstlern der großen Wiener Tapisserie-Ausstellung von 1949, die Österreich erstmals mit der neuen französischen Gobelinkunst vertraut machte, nur drei hier wiederkehren (neben Lurçat als dem großen Wiederbeleber noch Gromaire und Le Corbusier), zeigt die Spannweite dieser neuen Schau, die sowohl Künstler präsentiert, die eng mit der Teppichkunst verbunden sind, als auch solche, deren Gemälde nur als Entwürfe von Wandteppichen Verwendung fanden. Die großformatigen Leihgaben dieser Ausstellung sind dem Mobilier National in Paris zu danken, Direktor Jean Coural, Mme. Babelon und Mlle. Denis haben sich darum bemüht; ihnen ist ebenso wie Herrn Andre Borderie, der die kleinformatigen Exponate für die Fensternischen des Festsaales im Nordico beigestellt hat, von Seiten der Veranstalter hier Dank zu sagen.
Prof. Hugo Schanovsky
 

Einführung

Nachdem Jean Lurçat jene Grundwahrheit, dass 'der Wirkteppich keine Imitation der Malerei ist', wiedergefunden hatte, erweckte er die Tapisserie zu neuem Leben, indem er ihr das ihr eigene Wesen zurückgab, das auf der Wirkung des Materials beruht. Diese Erneuerung, die er mit Hilfe der Manufaktur Tabard vollendete, ereignete sich in gar nicht so ferner Zeit, als die Werkstätten von Aubusson noch in Schlaf versunken waren und sich darin erschöpften, die immer gleichen Verduren und Schäferszenen endlos zu wiederholen und sich an Entwerfer wandten, die nur als Maler dachten und sich an Details der Handschrift, an Zufälligkeiten und Feinheiten der Pinselführung und Farbgebung verloren.
Ein weiteres Zusammentreffen gab dann einen zweiten Anstoß zur Erneuerung, der im gleichen Sinne wie der erste sich auswirkte. Die abstrakte, gegenstandslose Malerei, ihre klaren, oft monumentalen Formen und leuchtenden, fast immer flächigen Farben konnten unmittelbar als Vorlagen für Wandteppiche verwendet werden. Diese Maler waren offensichtlich die idealen Entwerfer.
Obwohl die Kartons nun zuweilen auch Gemälde sind, zielt ihre Übersetzung in die Technik des Webens keineswegs darauf ab, einen Gemäldeersatz zu liefern. Der gewebte Teppich macht vielmehr eine der besonderen Ausdruckskräfte dieser Bilder sichtbar und greifbar. Er verändert ihre ursprüngliche Erscheinung, indem er ihnen den eigenartigen Reiz einer rauen, zugleich auch wohltuenden Stofflichkeit, einer herben Geschmeidigkeit, einer gedämpften Farbigkeit hinzufügt. Er modifiziert sie, indem er den Bedingungen von Kette und Schuss Rechnung trägt. Die Tapisserie offenbart eine ungeahnte Größe dieser Bilder. Sie macht, mit einem Wort, daraus eine neue eigene Schöpfung.
Léon Degand

Source: Exhbition Catalog, Stadtmuseum Linz - Nordico

Exhibition on artist-info.com
https://www.artist-info.com/exhibition/NORDICO-Id380840