Museum | Franz Marc Museum

Franz Mark Park 8-10
D - 82431 Kochel am See - Germany Google Map
T.: +49 (0) 8851 - 924 880
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Paul Klee. Landschaften
 - Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis

Paul Klee. Landschaften
Eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis

Franz Marc Museum, Kochel am See, 25.02. – 10.06.2018

Paul Klee, dessen Oeuvre über 10.000 Werke umfasst, hat sehr viele Landschaften gemalt. Dies ergibt zumindest ein Blick in sein Werkverzeichnis, wo der Begriff Landschaft in zahlreichen Bildtiteln vorkommt. Nur sehr selten wird er allerdings auf konkrete Orte bezogen, wie es bei einem traditionellen Verständnis der Bildgattung zu erwarten wäre. Noch weniger entsprechen die Werke selbst dieser Erwartung. „Landschaft“ ist bei Paul Klee kein wirklicher, sondern ein imaginärer Ort, der die allgemeine Vorstellung von Landschaft als Folie nutzt, um eine „kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis zu unternehmen“.

In seinem ersten kunsttheoretischen Text, „Schöpferische Konfession“ (1920) nutzt Klee das Bild der Reise, um den Rezipienten seiner Werke mit der zeitlichen Dimension der Bildbetrachtung vertraut zu machen und ihm die Assoziationsbreite der bildnerischen Zeichen zu vermitteln:
„Entwickeln wir, machen wir unter Anlegung eines topographischen Planes eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis. Über den toten Punkt hinweggesetzt sei die erste bewegliche Tat (Linie). Nach kurzer Zeit Halt, Atem zu holen. (Unterbrochene oder bei mehrmaligem Halt gegliederte Linie.) Rückblick, wie weit wir schon sind. (Gegenbewegung). Im Geiste den Weg dahin und dorthin erwägen (Linienbündel). Ein Fluß will hindern, wir bedienen uns eines Bootes (Wellenbewegung). Weiter oben wäre eine Brücke gewesen (Bogenreihe).“…

Der Spaziergang in einer Landschaft wird zum Gleichnis der Bildbetrachtung, die sich ebenso Schritt für Schritt vollzieht, wie die Erschaffung des Kunstwerks. Die spielerische Distanzierung von dem traditionellen Verständnis der Landschaftsmalerei ermöglicht es Klee, immer wieder neue Varianten dieser Gattung zu entwerfen und sich dabei völlige Freiheit von möglichen Naturvorbildern zu schaffen oder diese ganz zu verwerfen und sich nur auf imaginäre Bilder zu beziehen.

Die Ausstellung im Franz Marc Museum lädt dazu ein, den poetischen Text Paul Klees neben seinen Bildern zu betrachten und zu lesen und dabei die Vielfalt seiner Landschaften zu entdecken. Im Katalog, wie an den Wänden der Ausstellungsräume wird der Text Paul Klees „inszeniert“. Die Buchstaben geraten in Bewegung und nehmen den Ausstellungsbesucher mit auf die Reise durchs Bild.

Mit über 60 Exponaten stellt unsere Ausstellung eine kleine Landschaftstypologie Paul Klees vor. Von dem „Blick auf einen Fluß“ (1912) und anderen, durch die sehr spezifische Auseinandersetzung Klees mit dem Impressionismus geprägten Naturstudien ausgehend, führt sie über die frühen, durch die Begegnung mit Kandinsky inspirierten Aquarelle, etwa „Die Erinnerung an Romanshorn“ (1913) oder „Friedhofsbau“ (1913), zu Bildern, die sich von einem traditionellen Verständnis der Gattung endgültig lösen. So könnte die Darstellung „Winterlich“ mit Klees Kommentar (landschaftlich, abstract) von 1923 eine Illustration der „kleinen Reise ins Land der besseren Erkenntnis“ sein. Auch „Burglandschaft m .d. schwarzen Blitz“ (1920), die „Landschaft mit gelbem Kirchturm“ (1920) oder „Dünenlandschaft“ (1924) zeigen einen spielerischen, ironischen Umgang mit dem Konzept Landschaft. Schließlich kann Landschaft zum Synonym für Sinneseindrücke, Träume oder psychische Befindlichkeiten werden, etwa in der Zeichnung „Landschaft in A dur“ (1939), oder dem Gemälde „Landschaft für Verliebte“ (1924).

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Sammlung Moderne in der Pinakothek der Moderne statt. Dort wird parallel vom 01.03. - 10.06.2018 die Ausstellung „Paul Klee, Konstruktion des Geheimnisses“ gezeigt. Die beiden Projekte verbindet ein gemeinsames Begleitprogramm.
https://www.artist-info.com/exhibition/Pinakothek-der-Moderne-Id379375

Source: Press Release