Jan Saudek (* 1935) Curriculum Vitae
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Biography:
 
geboren 1935 in Prag
 
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Solo Exhibitions (selection):
 
1969 University of Indiana Bloomington (USA)
1971 Kabinet grafiky, Olomouc (CZ)
1976 Art Institute of Chicago (USA)
Jacques Baruch Gallery, Chicago (USA)
1977 National Gallery of Victoria, Melboume (AUS)
R.I.P. Arles (F)
Australian Center of Photography, Sydney (Aus)
1978 Galerie II Diaframma, Milano (I)
1979 Pratt Manhattan Graphic Center, New York (USA)
G. Ray Hawkins Gallery, Los Angeles (USA)
1980 FNAC - Montparnasse, Paris (F)
Photokina, Köln (D)
1981 Marcuse Pfeifer Gallery, New York (USA)
1984 Watari, Tokyo (J)
1985 Suomen Valoku Vataiteen Museum, Helsinki
1986 Fotoforum Frankfurt (D)
1987 Musée d'art moderne de la ville de Paris (F)
1988 Primavera fotografica, Barcelona (E)
1989 Fotografie Forum Frankfurt (D)
In Extremis, Strasbourg (F)
1990 Robert Koch Gallery, Los Angeles (USA)
Yokohama Gallery, Yokohama (J)
1991 Centre Pompidou, Paris (F)
Steltmann, Amsterdam (NL)
1993 Vision Gallery, San Francisco (USA)
1994 Parco Gallery, Tokyo (J)
Prinz, Kyoto (J)
in focus Galerie, Köln (D)
1995 G4 Cheb (CZ)
A gallery, New Orleans (USA)
Krisal gallery, Genf, (CH)
1996 in focus Galerie am Dom, Köln (D)
1997 Seattle Museum, Seattle (USA) Kamera und Photomuseum, Mölkau/Leipzig (D)
 
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About the work (deutsch):
 
Jan Saudeks (1935 Prag, lebt in Prag) Werk ist in hohem Maße von zwei Umständen geprägt: zum einen von seiner Kindheit, als er zusammen mit seinem Zwillingsbruder Karl in einem KZ interniert war und nur durch einen Glücksfall den Experimenten von Josef Mengele entkam, zum anderen von dem Besuch der Ausstellung >Family of Man<, die er als Ausdruck eines tiefen Bedürfnisses nach familiärer Harmonie empfand und die ihm die Photographie als Ausdrucksmittel eröffnete. Saudek studierte von 1950 - 1952 an der Schule für lndustriephotographie in Prag und arbeitete danach in verschiedenen Berufen auf dem Land und in zahlreichen Fabriken. Seit den 50er Jahren befaßt er sich mit Photographie und inszeniert dabei seine eigene Bilderwirklichkeit. Saudek war einer der ersten tschechischen Photographen, dessen Werk im Westen bekannt und deshalb bis in die 80 er Jahre vom Staat mißtrauisch beobachtet wurde. Seine Photographie zunächst schwarzweiß, später koloriert, dreht sich um Sexualität und das Verhältnis zwischen Mann und Frau, Alter und Jugend, Kleidung und Nacktheit. Er benutzt generell Antagonismen, um kräftige Bildwirkungen zu erzielen. Saudek bedient sich dabei einer mitunter deftigen Bildsprache, die an derbe Lustbarkeiten mittelalterlichen Lustlebens erinnert, ein Eindruck, der auch durch das stets gleiche marode Ambiente seiner Bilder genährt wird. Häufig inszeniert er auch Sequenzen, in denen Paare im Wechsel einmal bekleidet, einmal nackt erscheinen, junge Mädchen als Schwangere wiederkehren oder Kinder altern. Saudeks Photographie greift ungekünstelt ins volle Leben. Seine direkte Sprache hat sehr schnell eine lebhafte Resonanz in der Kunstwelt gefunden.

Text von Reinhold Mißelbeck
aus: Photographie des 20. Jahrhunderts, Museum Ludwig, Köln
 
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